Money on Her Mind

Money on Her Mind

Transkript

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00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Money on Hermit, dem DECA Finanz Podcast rund um Geld und Karriere Themen.

00:00:25: Heute geht es mal wieder um Zahlen, aber nicht unbedingt die in unserem eigenen Depot, sondern um die aktuellen Aktionärszahlen.

00:00:32: Und ich glaube, ich habe euch an der einen oder anderen Stelle schon erzählt, ich bin jetzt kein typischer Zahlenmensch und bin trotzdem irgendwie bei einer Bank gelandet.

00:00:39: Und ich finde die Aktionärszahlen super spannend, denn sie helfen uns zu verstehen, wie sich unser Verhältnis zu Geld und zu Wertpapieren verändert.

00:00:47: Unter anderem geht es in dem Bericht darum, wie viele Menschen in Deutschland in Aktien, Fonds oder ETFs investieren.

00:00:53: Und was mich besonders freut, noch nie waren so viele Menschen am Kapitalmarkt und vor allem Frauen und junge Menschen haben aufgeholt.

00:01:01: Herausgegeben werden diese Zahlen jedes Jahr vom Deutschen Aktieninstitut, also an dieser Stelle auch.

00:01:05: vielen lieben Dank fürs Sammeln der Daten und die Informationen, die wir uns noch mal ganz genau angeschaut haben.

00:01:11: Wir wollen nämlich darüber sprechen, was eigentlich hinter diesen Entwicklungen steckt und ob wir auch in Zukunft weiterhin ein Wachstum erwarten können.

00:01:18: Und was bedeutet das eigentlich genau für uns Anlegerinnen und Anleger?

00:01:21: Das bespreche ich auch heute wieder mit meiner Kollegin Dekarfolgswirtin Dr.

00:01:25: Gabriele Wiedmann.

00:01:26: Hallo Gabriele, schön, dass du da bist.

00:01:28: Hallo liebe Tanja, ich freue mich total, dich mal wieder zu sehen und ich freue mich über die schönen Zahlen.

00:01:34: Wenn man sich so umhört, das haben wir ja an der einen oder anderen Stelle schon mal besprochen, im Freundeskreis bei Kolleginnen oder auch auf Social Media, dann scheint investieren ja plötzlich so ein ganz normales Gesprächsthema zu sein.

00:01:45: Und das freut uns beide natürlich ganz besonders.

00:01:48: Warum denkst du denn, dass sich das so in diese Richtung entwickelt hat?

00:01:51: Also zuerst mal Tanja möchte ich auch nochmal betonen.

00:01:54: Es ist tatsächlich so, dass das Investieren in Wertpapiere und überhaupt in Aktien auch, es ist deutlich sichtbarere geworden.

00:02:01: Wir reden mehr darüber.

00:02:03: Das ist unter anderem deshalb, weil es mehr über Social Media, über Podcast, über neue Formate, aber auch in der ganz normalen klassischen Presse wird es mehr thematisiert.

00:02:13: Es gibt mehr Stimmen und auch mehr wäbliche Stimmen in der Finanzwelt.

00:02:17: Und ich freue mich total, dass es dadurch mehr Wertpapierfreude gibt und dass wirklich die alle und wir natürlich auch Female Finance entdeckt haben.

00:02:27: In den letzten Jahren haben viele Menschen gemerkt, Klassisches Sparren allein, das reicht nicht mehr.

00:02:32: Es reicht gerade langfristig nicht mehr, weil es zu wenig Zinsen bringt.

00:02:36: Und gerade so die letzten Jahre, in denen wir so niedrige Zinsen hatten und zuletzt Jahr-Zweißen-Zweiundzwanzig durch eine so hohe Inflation, die Menschen haben gemerkt, man kriegt mit sicherem Sparren viel zu wenig Zinsen, als dass es sich lohnen würde.

00:02:52: Und damit dann ... Sie mussten neue Ideen finden und haben dann die Aktien die Wertpapiere entdeckt und übrigens auch Immobilien und Immobilienfonds.

00:03:02: Und die Zahlen bestätigen ja auch diesen Eindruck.

00:03:05: Ich habe es gerade gesagt, dass investieren so viele Menschen wie nie zuvor und mich freut es riesig, dass der Zuwachs besonders groß ist bei Frauen und bei jungen Menschen.

00:03:12: Also den Gruppen, für die ja der Zugang zum Kapitalmarkt erfahrungsgemäß eher etwas schwieriger ist.

00:03:19: Ja, und das ist auch nochmal ein ganz wichtiger Punkt an ja, also einerseits der Trend ist positiv, Frauen reden mehr über Geld, Frauen interessieren sich mehr für Geld, aber wir sind immer noch im Hintertreffen.

00:03:30: Also es sind immer noch die Männer, die viel mehr da aktiv sind.

00:03:34: Es sind immer noch in meinem Freundeskreis auch viel mehr Frauen, die sagen, ach komm, das macht mein Mann, der macht das besser, das macht mir keinen Spaß.

00:03:42: Und wir sind auch generell weniger am Kapitänmarkt vertreten, beispielsweise beruflich.

00:03:46: Formmanagerinnen gibt es viel weniger als... Form Manager, männlicher Art.

00:03:50: Und das eine ist wahrscheinlich schon dieses mangelnde Interesse.

00:03:54: Also, dass wir Frauen weniger Spaß haben an dem Thema.

00:03:58: Aber das andere ist auch, dass wir wahrscheinlich unsicherer sind, weil wir den Eindruck haben, wir haben nicht so viel Wissen.

00:04:05: Und wenn wir wenig Wissen haben, denken wir Frauen tendenziell eher, dass wir Fehler machen.

00:04:09: Wobei ich da ganz klar sage, Fehler kann man keine machen, bzw.

00:04:13: wenn man sie macht, dann lernt man was daraus.

00:04:15: Und deshalb ist es so wichtig, dass wir darüber reden, dass wir beide darüber reden und es ist wichtig, dass das investieren greifbarer wird.

00:04:23: Also, ich persönlich würde sagen, darüber reden, Mut machen und am Ende dann, liebe Hörerinnen und auch liebe Zuhörer, probiert es einfach aus, schlagt auch mal die Nase an, macht eure Erfahrungen, lernt raus und seid am Ende erfolgreich.

00:04:38: Und drüber reden ist das richtige Stichwort.

00:04:40: Du bist ja auch viel in den Sparkassen vor Ort unterwegs und sprichst insbesondere mit Frauen über Finanzthemen und finanzielle Unabhängigkeit.

00:04:47: Merkst du denn, dass auch da das Interesse größer wird oder dass du häufiger unterwegs bist?

00:04:52: Und kannst du uns vielleicht mal so ein paar Fragen, Ängste, Sorgen verraten, die dir aus deinen Gesprächen besonders in Erinnerung geblieben sind?

00:05:00: Frau Tanja, wenn ich so zurückdenke, ich mache ja seit ungefähr zwanzig Jahren Frauenveranstaltung.

00:05:05: Vor

00:05:06: Female Finance, cool war.

00:05:08: Lange bevor, genau.

00:05:09: Da war das eher noch so was für, was wollen

00:05:12: die machen?

00:05:13: Und ich habe da am Anfang eine Frauenveranstaltung pro Jahr gemacht.

00:05:16: Heutzutage sind es über zwanzig pro Jahr.

00:05:19: Also das hat sich vervielfacht.

00:05:21: Wobei so richtig Schwung hat es wirklich erst seit drei, vier Jahren bekommen, interessanterweise.

00:05:25: Also seit der Zeit nach der Corona-Krise, davon ist es eher so ein bisschen rumgetrüpfelt.

00:05:30: Und dann deine Frage, was sind so die wichtigsten Themen?

00:05:34: zum Ersten?

00:05:35: Was ganz oft kommt nach Frauenveranstaltungen, dass Frauen zu mir herkommen und berichten aus ihren Erfahrungen, nämlich ich habe mich getrennt bzw.

00:05:45: mein Mann hatte einen schweren Unfall, war dann nicht mehr da oder außer Gefecht und es war plötzlich nichts mehr da.

00:05:51: Ich hatte keinen Zugriff auf Geld und obwohl ich vorher reich war oder mich reich gefühlt habe, also immer wieder das Plötsche feststellen, Hoppla.

00:06:00: Ich bin völlig unselbständig, weil ich das alles meinem Mann oder meinen Partner überlassen habe.

00:06:04: Das war für mich nochmal die Bestätigung, da mehr zu machen.

00:06:08: Zweitens weiß ich und auch das ist oft Thema die Gespräche dieser riesengroße Respekt der Frauen vor dem Thema Finanzen, weil wir tendenziell eben sagen, da kann man so viel verlieren und so viel falsch machen und damit nochmal die Betonung auf unserem Podcast auch.

00:06:24: Das wollen wir nehmen, diese Scheu, diese Hürde und wir wollen doch Mut machen, dass Frauen da auch Fehler machen dürfen, Erfahrungen machen dürfen und dann aber mit Mut, auch Mut zum Risiko und damit zu höheren Rendite Erwartungen, dass sie da was machen.

00:06:39: Und da habe ich schon das Gefühl, dass da sich einiges getan hat, auch durch diese Female Finance Veranstaltung, dass sich da einiges tut.

00:06:46: Und zum Dritten, das passt jetzt nicht so ganz dazu, aber... was mich schwerstens beeindruckt hat, das sind ganz oft Frauen da, das sind Unternehmerinnen, Managerinnen, was die alles erreichen und wie tough die sind.

00:06:58: Das merkt man oft auch nicht in der Öffentlichkeit und das hat mich schwerstens beeindruckt und darauf bin ich auch stolz, wir Frauen.

00:07:05: Das stimmt, aber wenn ich dir so zuhöre, dann klingt das für mich danach, dass wir zwar Bewegungen gesehen, aber dass wir gerade... wenn wir jetzt über Teilhabe an Kapitalmärkten sprechen, noch keine richtige Gleichverteilung haben.

00:07:17: Warum tun wir Frauen uns in deiner Meinung nach immer noch schwerer mit dem Investieren, auch wenn das Thema gefühlt, überall so präsent ist?

00:07:25: Wahrscheinlich, Tanja, ist es zum einen unsere Sozialisierung, dass von Anfang an bei der Erziehung weniger mit Mädchen über Geld geredet wird, dass wir Frauen miteinander tendenziell weniger über Geld reden, weil das traditionell immer noch so ist, dass in den Köpfen von allen drinnen ist, der Mann ist für das Geld verantwortlich.

00:07:42: Und daran müssen wir bewusst was ändern, weil das traditionell einfach so ist.

00:07:47: Das zweite ist wahrscheinlich auch das Thema Verantwortung und Zeit.

00:07:51: Wir Frauen sind ja tendenziell diejenigen, die sich mehr um Soziales und Beziehungen, um Familie kümmern.

00:07:57: Wir sind diejenigen, die auch viele andere Dinge sehen und als wichtig erachten.

00:08:02: Und dann haben wir zu wenig Zeit, um uns für uns selbst zu kümmern.

00:08:07: Und dann immer wieder die alte Geschichte mit dem Teilzeitfalle, mit dem wir machen weniger Karriere, weil wir uns kümmern.

00:08:13: Deshalb haben wir weniger Geld zur Verfügung.

00:08:15: Deshalb kümmern wir uns weniger um unser Geld.

00:08:17: Also es ist so ein richtiger Teufelskreis.

00:08:20: aus dem wir bewusst rauskommen müssen.

00:08:23: Und das Wichtigste ist, dass wir für uns lernen, das investieren, das ist kein Luxus, sondern es ist notwendig.

00:08:30: Wir brauchen es und es ist essentiell für unsere finanzielle Zukunft.

00:08:34: Genau.

00:08:35: Und leider etwas, das wir dann oft erst merken, wenn man doch mal mit den Dingen alleine dasteht.

00:08:42: Ich muss gestehen, als ich so mein erstes eigenes richtiges Geld verdient habe, da habe ich ehrlich ... gesagt, auch nur bis zum nächsten Urlaub gedacht.

00:08:49: Und der Grund war sicherlich einfach Unwissenheit.

00:08:52: Also das Umdenken kam dann wirklich, als ich angefangen habe, mich beruflich mit dem Thema auch auseinanderzusetzen und dazu gezwungen war, etwas dazu zu lernen.

00:09:01: Und vor einigen Jahren, muss ich sagen, habe ich auch mit meinen Freunden noch nicht darüber geredet.

00:09:05: Also da war es.

00:09:07: und denkt mal, dass man über Gehaltsverhandlungen gesprochen hat oder darüber, was man jeden Monat zurücklegt und was man in den Sparplan steckt.

00:09:13: Das hat sich wirklich grundlegend geändert, aber bei dir war das ja nicht ganz so.

00:09:17: Ich glaube, ich habe da eher so die Stereotypereise durchgemacht.

00:09:20: Du warst schon von Anfang an begeistert von Wertpapier.

00:09:25: Ich hatte das Glück oder das Pech, das kann man jetzt sehen, wie man will.

00:09:28: Ich bin als Schwäbchen geboren und in einem typisch-schwäbischen Haushalt geboren.

00:09:31: Das heißt, da ging es natürlich schon von Anfang an ums Sparen und deshalb dann auch ums Geld anlegen.

00:09:37: Ich weiß echt noch, ich glaube, da war ich noch relativ junge Studentin, wie ich da in meinem Heimatdorf, in irgendeinem Hinterzimmer in der Sparkasse, saß ich zusammen mit der Wertpapierberaterin.

00:09:48: Und auch da muss man bedinken, das war schon vor zweitausend, also das war eine Frau, die Beraterin, auch das war sehr außerordentlich.

00:09:54: Und dann habe ich meine ersten Aktien-Einzeltitel gekauft.

00:09:58: Und bei mir war schon immer klar, Leben ja, also ich bin auch gereist, aber gleichzeitig auch immer parallel das Sparen.

00:10:05: Das ist ebenso bei mir angeboren.

00:10:07: Aber ich muss noch mal was anderes sagen, Tanja, weil in einem bin ich deutlich hinter dir zurück.

00:10:12: Ich habe immer noch größte Scheu mit meinen Freundinnen über Geld zu reden.

00:10:16: Das habe ich jetzt wieder in letzter Zeit festgestellt, zwei gute Freundinnen so im Telefon naht.

00:10:21: Wir haben ganz kurz geredet und ich habe da immer so die Angst, dass ich jetzt irgendjemanden missionieren würde oder denen so aufdringlich wäre, weil ich auch merke, dass das für die nicht interessant ist.

00:10:30: Also da merke ich an mir selbst auch, dass wir Frauen da noch viel Aufholbedarf haben, dass wir frei und ohne Scheu über dieses unsoziale Thema Geld reden.

00:10:40: Aber vielleicht hängt es ja auch damit zusammen, dass die Generationen, die jetzt kommen und anfangen zu investieren, vielmehr noch nach dem Austausch suchen und nach Hilfe und Rat bei Freunden suchen, dem man natürlich nur sehr bedingt geben kann.

00:10:56: Ich habe aber schon eher das Gefühl, auch wenn meine Freundin wissen, dass ich eher Kommunikation und Marketing in der Bank mache, dass sie mich fragen, sag mal, machst du irgendwas?

00:11:03: Was machst du eigentlich?

00:11:05: Wo gehe ich hin?

00:11:05: Mit wem kann ich reden?

00:11:07: Also ich glaube, dass das jetzt immer normaler wird bei den...

00:11:12: Und das ist echt eine schöne Geschichte, dass das dann doch eine Generationenfrage ist.

00:11:17: Und wenn ich dann nochmal an Menschen denke, die noch jünger sind als du, Tanja, also geht ja eigentlich gar nicht schon richtig, aber ein bisschen jünger, die nochmal stärker aufwachsen, auch mit diesem einfachen Zugang zum Kapitalmarkt.

00:11:27: Denk mal, was es jetzt an Apps gibt, was es an leichten Möglichkeiten gibt, so im Alltag mal schnell Wertpapiere zu kaufen, zu trading.

00:11:35: Das gab es in meiner Zeit ja überhaupt noch nicht.

00:11:38: Und auch dieser Eher spielerische Zugang erleichtert es dann, weil die Hürden niedriger sind, wenn man leichter reinkommt, ist natürlich umgekehrt auch wieder schwierig, weil zwischen mal ein bisschen Zocken mit Wertpapieren und langfristiger Wertpapieranlage ist ja dann doch auch eine große Lücke.

00:11:55: Aber was ich ganz stark betonen möchte ist, wenn man früh anfängt mit dem Thema Wertpapieranlage, denn hilft einem der Zinseszinseffekt.

00:12:04: Also ich habe eine Rendite und wenn die Erträge reinkommen in das Vermögen, dann erwirtschaften die Wiedererträge und dieser Zinseszinseffekt, der wirkt natürlich viel, viel stärker, wenn man jung anfängt mit Wertpapieranlagen.

00:12:18: Wenn wir schon über diese Gamification, also diesen leichteren Zugang auch mit den Apps reden, dann ist es auch so, dass das Finanzwissen einfacher zu kriegen ist.

00:12:27: Auch das kriegt man leicht über irgendwelche Social Media, über Apps, über alles Mögliche.

00:12:33: Auch das ist heute einfacher und hat dann hoffentlich auch den Effekt, dass man eher mal zu Wertpapieren lang greift und das ausprobiert und hoffentlich dann auch dank Erfolgen weiter macht.

00:12:45: Und die Zahlen vom Deutschen Aktieninstitut zeigen uns ja, dass junge Menschen tatsächlich auch deutlich früher einsteigen.

00:12:51: Das ist natürlich total gut.

00:12:53: Nichtsdestotrotz sollte man gewisse Grundregeln beachten.

00:12:56: Was fällt denn da drunter?

00:12:59: Grundregeln könnte man ganz viele nennen.

00:13:01: Ich möchte aber nur die wichtigsten nennen, nämlich erstens mal breitstreuen, zweitens regelmäßig investieren, drittens kontrolliertes Risikowagen.

00:13:13: Und viertens, es ist sehr wichtig, dass man versteht, warum eine Geldanlage auch wirklich Erträge bringt.

00:13:20: Ich sage da nur immer das alte Thema mit todsicherer Tipp.

00:13:23: Ich habe da so eine Geheimanlage, eine Geheimidee, die bringt wahnsinnig viel Rendite ohne Risiko.

00:13:29: Da sollten wir immer wieder stutzig werden.

00:13:31: Wenn es sehr hohe Erträge gibt, dann heißt es auch hohes Risiko und manchmal sogar auch Betrug.

00:13:37: Also diese vierte Regel, die liegt mir auch sehr am Herzen.

00:13:40: Und Gabriele, uns interessieren diese Zahlen ja vor allem auch von Berufswegen.

00:13:44: Und wir freuen es natürlich, dass es da scheinbar einen positiven Trend gibt bei der Wertpapierkultur in Deutschland.

00:13:50: Lass uns das aber mal größer denken.

00:13:51: Was bedeuten denn diese Entwicklungen für die Verbreitung von Wertpapierinvestments in Deutschland insgesamt?

00:13:56: Und ist das

00:13:57: für

00:13:58: uns als Gesellschaft oder auch für die Anlegerinnen und Anleger, die uns gerade zuhören, überhaupt relevant?

00:14:04: Wir in Deutschland sind ja schon ein bisschen untypisch, unter anderem auch deshalb, weil wir ein sehr gut funktionierendes soziales Netz haben und eine weiterhin noch sehr gut funktionierende gesetzliche Rentenversicherung haben.

00:14:16: lange Jahre, Jahrzehnte gar nicht so unbedingt nötig, dass man private Vorsorge gemacht hat.

00:14:20: Das wird jetzt wichtiger.

00:14:22: Wir merken auch politisch, also ich kann mir gut vorstellen, dass die Rente in den nächsten Jahren, Jahrzehnten nicht mehr so viel leisten kann.

00:14:28: Also wir merken, private Vorsorge wird wichtiger.

00:14:30: Deshalb findet da so ein Wandel statt in Deutschland.

00:14:33: und dann kommt noch dazu.

00:14:34: Wir hatten in Deutschland schon mal so eine richtig schöne Wertpapierwelle, so Ende der neunziger Jahre, bis Anfang zweitausend, bis die Blase geplatzt ist.

00:14:42: Und damals hat sich schon eine Wertpapierkultur gebildet.

00:14:45: Das hat Deutschland gut getan.

00:14:46: Das Problem war nur geplatzte Blase, dann haben die Leute alle die Finger wieder weggelassen.

00:14:51: Und jetzt erst, wo wir in den zehn Jahren so extrem niedrige Zinsen hatten, da erst ist nochmal so richtig Schwung reingekommen bei den Deutschen, dass sie gemerkt haben, mit normalem Sparen verdiene ich nichts mehr.

00:15:02: und dann sind die Wertpapiere gekommen.

00:15:04: Und ich habe jetzt den Eindruck, dass auch jetzt wirklich ein Bewusstsein da ist in der Bevölkerung und dann zum Glück dann eben auch bei den Frauen, dass Wertpapiere sinnvolle Geldanlagen sind.

00:15:15: Und am Ende muss ich noch mal sagen, also gerade das Thema Frauen und Geldanlage, Frauen- und Wertpapieranlage, man könnte schon was sagen, finanzielle Teilhabe, also Geld haben, Geld für sich selbst haben, das ist gesellschaftliche Teilhabe, das ist mittendrin sein dann in der Gesellschaft.

00:15:33: und auch deshalb ist es so wichtig und deshalb freue ich mich so sehr über diese tollen Zahlen vom DAI.

00:15:38: Kannst du uns vielleicht noch mal ein bisschen genauer erklären, was du mit gesellschaftlicher Teilhabe meinst?

00:15:43: Es geht zunächst mal, wenn ich über finanzielle Teilhabe rede, mehr als nur Rendite oder paar Nullen auf dem Konto oder auf dem Depot.

00:15:51: Es geht darum, dass wir selbst in unserem Leben frei entscheiden können.

00:15:55: Das fängt schon damit an.

00:15:57: Eine Frau hat ihr eigenes Konto, ihr eigenes Depot, dass sie frei entscheiden kann, was sie sich kauft und was sie sich nicht kauft.

00:16:04: Ich weiß.

00:16:05: Immer noch von sehr vielen Frauen, bei denen hat der Mann das Konto und da muss die Frau fragen, welche Kleidung sie sich kaufen darf.

00:16:11: Sie darf nicht frei entscheiden, was sie in ihrer Freizeit oder eine Urlaub macht.

00:16:15: Also diese Freiheit der eigenen Entscheidung.

00:16:18: und dann ist es auch das Steuern mit den eigenen Geldanlagen.

00:16:23: Wenn ich beispielsweise sage, ich möchte stärker in soziale Projekte investieren oder das Thema Nachhaltigkeit ist ja bei uns immer noch relevant in den USA vielleicht nicht mehr so stark bei uns schon.

00:16:34: dass ich auch als Frau steuern kann, wo investiere ich mein Geld, wo will ich, dass es auch einen Einfluss hat.

00:16:40: Und denk mal, wer investiert, der beteiligt sich an Unternehmen, gerade in Aktieninvestitionen, an Wachstum, an Innovationen, an technischen Fortschritt.

00:16:50: Und das meine ich, wenn ich sage, finanzielle Teilhabe, ist gesellschaftliche Teilhabe einerseits verfügend über eigenes Geld, andererseits aber auch mit dem eigenen Geld steuern können.

00:17:00: Was passiert in der Gesellschaft?

00:17:02: Und gerade wenn wir noch mal das Thema ansprechen, was ich vorhin gesagt habe bei den Frauenveranstaltungen, wenn es zu einer Trennung kommt, wenn der Krankheit kommt bei dem Partner, wer ein eigenes Vermögen hat, schafft für sich selbst Sicherheit und Handlungsfreiheit.

00:17:19: Und diese Sicherheitsgefühl, das ist schon ein hoher Wert, das darf man nicht unterschätzen.

00:17:24: Und dann wissen wir auch, es muss nicht jede Frau Finanzexpertin werden.

00:17:28: Reicht schon, wenn wir beide das sind.

00:17:32: Sich zumindest drum kümmern, zumindest sagen, ich habe meine Geldanlagen, die laufen, ich muss nicht ständig danach schauen, aber ich habe das Vertrauen, dass es mir Unabhängigkeit schafft.

00:17:41: Genau, und ich habe die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und ich suche mir auch Hilfe oder Sprechen mit jemanden, der sich richtig gut damit auskennt, wenn ich im Zweifel bin.

00:17:51: Wenn wir das und auch die Punkte, über die wir vorhin gesprochen haben, nochmal Revue passieren lassen, Gabriele.

00:17:56: Was würdest du dann sagen?

00:17:57: Was wäre dein Wunsch, wo stehen wir, wenn wir uns nächstes Jahr so um diese Zeit wieder zusammensetzen und auf die Aktionärszahlen schauen?

00:18:05: Ich hoffe, dass sich bis dahin noch mehr Frauen entschieden haben, den ersten Schritt zu gehen, also eigenes Konto zu haben, eigenes Depot zu eröffnen, vielleicht mal ein Sparplan machen, in Wertpapiere investieren.

00:18:16: Ich wünsche mir, dass das investieren, grundsätzlich und gerade in Wertpapieren, dass es als alltäglicher gesehen wird, normaler gesehen wird.

00:18:26: Und ich wünsche mir, dass wir alle noch offener über Geld sprechen und den Wunsch nehme ich ganz persönlich auch nochmal mit für meine Freundinnen und auch für meine Freunde.

00:18:35: Das war ein sehr schönes Schlusswort und ein schöner Wunsch, Gabriele.

00:18:39: Wir sind natürlich neugierig.

00:18:40: Investiert ihr schon regelmäßig oder gibt es irgendwas, was euch vom ersten Schritt abhält?

00:18:44: Falls ihr adden schreibt uns auch gerne am Podcast der Dekapunkt.de, vielleicht machen wir das nächste mal eine Folge darüber.

00:18:50: Und wir hoffen natürlich, dass euch auch diese Folge wieder gefallen hat und dass wir uns hier in zwei Wochen wieder hören.

00:18:55: Vielen Dank und bis bald.

00:18:56: Bis bald.

Über diesen Podcast

Money on her Mind ist der Deka-Podcast von Frauen für Frauen, der sich mit Themen rund um Wertpapiere, Female Empowerment und finanzielle Unabhängigkeit auseinandersetzt. Er richtet sich vor allem an Frauen, die sich für Wertpapiere interessieren, aber bislang wenig oder noch keine Berührungspunkte mit der Geldanlage hatten. Ob Altersvorsorge, Budgetplanung oder auch das Erklären von wichtigen Finanzbegriffen, Money on her Mind ist unterhaltsam, informativ und vor allem nahbar.

von und mit DekaBank

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