00:00:02: Money on her mind,
00:00:04: der DECA-Finanz Podcast
00:00:05: von Frauen für Frauen.
00:00:17: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Money on her mind, dem DECA-Finanz Podcast rund um Geld und Karrierethemen.
00:00:25: Heute sprechen wir über ein Thema, das uns alle betrifft, egal ob wir gerade schon investieren, ob wir noch darüber nachdenken oder uns noch gar keine Gedanken dazu gemacht haben, nämlich Emotionen bei der Geldanlage.
00:00:36: Wie rational sind unsere Entscheidungen eigentlich wirklich und was hat das Ganze mit Verhaltensökonomie zu tun?
00:00:43: Den Fragen gehen wir heute auf den Grund und dafür habe ich mir natürlich auch wieder kompetente Unterstützung an meine Seite geholt und die eine oder andere, die regelmäßig bei uns reinhört, kann sich vielleicht auch schon an sie erinnern.
00:00:54: Liebe Kollegin Frederike, hallo und schön, dass du da bist.
00:00:58: Hallo,
00:00:58: liebe Tanja.
00:00:59: Danke, dass ich wieder mit dabei sein darf.
00:01:01: Ja, ich freue mich riesig, dass du mal wieder zu Besuch bist in Frankfurt.
00:01:04: Heute soll es aber mal nicht um Zertifikate gehen, sondern um Verhaltensökonomie.
00:01:09: Ich bin schon super gespannt, denn man sagt ja vor allem gerne uns Frauen nach.
00:01:13: Wir haben uns gerade auf dem Weg hier ins Studium drüber unterhalten, dass wir schon oft Emotionalentscheidung treffen, vielleicht auch bei der Geldanlage.
00:01:21: Hol uns doch zum Start einmal ab.
00:01:23: Was versteht man eigentlich unter Verhaltensökonomie und warum begegnet gerade dir das Thema im Alltag?
00:01:29: recht häufig.
00:01:30: Das Thema betrifft sogar nicht nur uns Frauen, sondern eigentlich alle Menschen.
00:01:33: Dann können
00:01:34: wir aufatmen.
00:01:35: Ich
00:01:36: habe schon in der Zertifikate Folge gesagt, ich bin begeistert von dem Thema Zertifikate.
00:01:41: Noch mehr begeistern tut mich fast das Thema Verhaltensökonomie.
00:01:44: Ich gebe es zu.
00:01:45: Was macht die Verhaltensökonomie?
00:01:47: Die Verhaltensökonomie befasst sich mit der Thematik, warum Menschen wie Entscheidungen treffen.
00:01:53: Also klassische Modelle der Betriebswirtschaftslehre gehen ja eher davon aus, dass wir alle sehr nüchtern und sehr rational handeln.
00:02:00: Aber das tun wir nicht, wenn wir ganz ehrlich sind.
00:02:01: Und genau das analysiert die Verhaltensökonomie.
00:02:04: Ich habe selber nach meinem dualen Studien in BWL in der Sparkasse noch mal Wirtschaftspsychologie studiert, weil mich das so fasziniert hat und bekomme es natürlich ganz viel mit im Bereich der Geldanlage, im Bereich von Finanzentscheidungen.
00:02:17: Aber ich bin ja auch selber ein Mensch, sind wir ja alle und konsumiere und auch da sind wir immer emotional gesteuert.
00:02:24: Ja und auch als Vertriebsbetreuerin habe ich ja tagtäglich mit dem Thema Geldanlage zu tun, mit Finanzentscheidungen zu tun und gerade auch in diesem Aspekt sind wir sehr emotional gesteuert.
00:02:34: Jetzt könnte man ja sagen, gerade bei der Geldanlage sollten wir möglichst rational und nüchtern entscheiden.
00:02:39: Wie spielen denn aus deiner Sicht Emotionen und Geldanlage zusammen?
00:02:43: Wir hatten ja gerade schon so ein bisschen das Thema, was sind Marken, die wir ganz persönlich lieben.
00:02:47: Ja, Marken ist natürlich so ein Thema.
00:02:50: Ich bringe mal ein anderes Beispiel.
00:02:51: Wir reisen mal sechs Jahre zurück.
00:02:54: Sechs Jahre, welches Jahr schreiben wir?
00:02:56: Zwei tausend zwanzig.
00:02:58: So, und jetzt gehen wir vielleicht nochmal einen weiteren Monat zurück.
00:03:00: Und liebe Tanja, dir zeigt jemand Bilder?
00:03:03: was so in den nächsten Monaten in der Welt passieren wird.
00:03:06: Also Bilder von Robotern, die durch die Straßen in China fahren, von Lieferengpässen, die wir weltweit haben, von Menschen, die mit Masken durch die Straßen rennen, von weltweiten Lockdowns.
00:03:17: Wenn der jemand diese Bilder gezeigt hätte, hättest du mit diesen Bildern investiert.
00:03:23: Wahrscheinlich nicht.
00:03:24: Wahrscheinlich
00:03:24: nicht.
00:03:24: Also keiner von uns.
00:03:26: Wenn man jetzt mal so ganz ehrlich den Blick in den Rückspiegel wirft, müsste man sagen, was hätte man rational machen müssen, klar investieren müssen, weil die Aktienmärkte sich seit dem Grandjurus entwickelt haben.
00:03:35: Aber man ist natürlich irgendwie von der Emotion in diesem Moment auch ganz klar geprägt und gesteuert.
00:03:40: Naja und gerade so was, was man vorher noch nie gesehen hat, das macht einem ja auch in gewisser Weise Angst.
00:03:46: Natürlich, ja klar.
00:03:48: Und ganz wichtig, was beim Thema Gelternlage auch häufig passiert, ich glaube, das ist der größte Fehler, den wir machen, wir unterschätzen die Bedeutung von der Struktur in der Gelternlage und überschätzen die Bedeutung des Einstiegszeitpunktes.
00:04:01: Also ich nehme jetzt noch mal diese Bilder, man denkt, okay, es passiert gerade so viel in der Welt, das ist alles irgendwie so unsicher, ich gehe ganz sicher nicht rein, ich investiere jetzt ganz sicher nicht, ich halte erstmal die Füße still und warte ab, anstatt sich auf eine Strategie und eine Struktur in der Gelternlage zu fokussieren und zu beziehen.
00:04:16: Und das Thema Struktur, das taucht ja auch bei uns im Podcast hin und wieder mal auf.
00:04:20: Was genau meinst du denn jetzt in diesem Fall damit und wie kann das uns als Anlegerin in emotionalen Situationen helfen?
00:04:28: Kühlenkopf zu bewahren?
00:04:30: Also Struktur und Streuung in der Geldanlage heißt, dass man über unterschiedliche Anlageklassen streut.
00:04:34: Wir haben ja nicht nur das Chirukonto als Anlageklasse, also die Liquidität, sondern darüber hinaus auch noch fest verzinslicher, also die Rentenpapiere, die Unternehmensbeteiligung, die Aktien und auch die Immobilien.
00:04:46: Und das größte Erfolgsrezept in der Geldanlage ist genau eben diese Streuung.
00:04:50: Ich bringe mal ein Beispiel rein, weil du gefragt hast, was hilft, einen Kühlenkopf zu bewahren.
00:04:54: Ich komme ja aus dem Norden, aus Hamburg.
00:04:57: Und in Hamburg regnet es ab und zu mal.
00:04:59: Ich glaube, ich habe dir in Frankfurt deutlich besseres Wetter.
00:05:03: Und meine Eltern haben als Kind immer zu mir Folgendes gesagt, wenn ich gesagt habe, es regnet, ich will nicht raus.
00:05:08: Und ich kann diesen Satz eigentlich heute nicht mehr hören.
00:05:10: Liebes Kind, es gibt kein schlechtes Wetter.
00:05:14: Es gibt nur schlechte Kleidung.
00:05:16: Und man muss sagen, daraus kann es auch ganz viel für die Geldernlage ableiten.
00:05:19: Es gibt keine schlechten Anlagebedingungen.
00:05:21: Es gibt im Zweifelsfall nun eine fehlende Strategie.
00:05:24: Und vielleicht müssen wir an der Stelle auch mal über das Thema Fehler sprechen.
00:05:28: Also gerade wenn wir uns über den richtigen Einstiegszeitpunkt Gedanken machen, dann ist ja das genaue Gegenteil davon, was wenn ich jetzt zum falschen Zeitpunkt einsteige.
00:05:38: Und eigentlich will man die ja bei Investitionen, wenn es ums eigene Geld geht, auch eher vermeiden.
00:05:42: Ich habe aber von dir gelernt, man spricht häufig von Denkfehlern und kognitiven Verzerrungen.
00:05:48: Das ist jetzt erstmal ziemlich abstrakt, muss ich sagen.
00:05:51: Aber was genau hat es damit auf sich?
00:05:52: Ja,
00:05:53: es ist schon sehr wissenschaftlicher Begriff, muss man sagen.
00:05:55: Und Fehler ist ja auch mal gleich so negativ behaftet.
00:05:58: Das verbinden wir irgendwie so mit dem Rot F aus der Schule, aber tatsächlich spricht die Verhaltensökonomie von sogenannten kognitiven Verzerrungen und Verdenkfehlern, in denen wir uns von denen wir uns leiten lassen, wenn es um das Treffen von Entscheidungen geht.
00:06:10: Als Beispiel in der Geldanlage.
00:06:13: spricht man häufig von einer sogenannten Verlustaversion.
00:06:16: Was heißt Verlustaversion?
00:06:17: Wir gewichten die Bedeutung von Verlusten deutlich über dem, was uns an Gewinn eigentlich zu steht und zuspricht.
00:06:24: Also Verluste wiegen für uns deutlich schwerer, als es mögliche Gewinne tun.
00:06:29: Was passiert damit?
00:06:30: Wir sind eher Risikoaversa und vermeiden eventuell etwas renditere, stärkere Lösungen, einfach weil wir ein gewisses Risiko empfinden, weil wir einfach eine gewisse Angst haben.
00:06:41: Noch so ein Thema Home-Bias.
00:06:43: Ich weiß, das wird auch häufig mal benutzt, dieses Wort.
00:06:45: Was bedeutet das?
00:06:47: Und vielleicht kennst du es auch selber aus dem privaten Tarn.
00:06:49: Ja, bei mir passiert das manchmal.
00:06:51: Man setzt gerne auf Dinge, die man auch schon kennt.
00:06:53: Also wir haben eben drüber gesprochen über Marken, womit man sich identifiziert, was einem irgendwie gewohnt ist und aus dieser Gewohnheit entscheidet man sich dann dafür.
00:07:02: Und das ist natürlich im Bereich der Geldanlage fatal.
00:07:05: wenn es nämlich zu Kosten der Streuung geht.
00:07:07: Also Homebuyers, man setzt gerne vielleicht auf deutsche Titel, weil sie ihm einfach bekannt sind.
00:07:14: Weitere kognitive Verzerrungen sind die sogenannten Verfügbarkeitshoristiken.
00:07:19: Was heißt jetzt Verfügbarkeitshoristik, ist auch so ein wissenschaftlicher Begriff, dass wir psychisch immer auf das zurückgreifen, was uns momentan verfügbar ist.
00:07:28: Also als Beispiel, wir entfernen uns mal kurz von der Geldanlage und gehen auf das Thema Fliegen, Flugzeuge.
00:07:34: Wenn du jetzt gerade in den Medien mitbekommst, da ist ein Flugzeug abgestürzt, dann gehst du wahrscheinlich, wenn du jetzt an den Urlaub fliegst, nach diesem Absturz mit einem anderen emotionalen Gefühl an diesen Flieger, als du es vorher getan hättest.
00:07:47: Also uns ist irgendwas bewusst präsent im Kopf und das nehmen wir als Grundlage für unsere Entscheidungen, was nicht wirklich was mit den rationalen Wahrscheinlichkeiten zu tun hat.
00:07:57: Also wir bekommen jetzt Bilder mit, wir denken irgendwie wirtschaftlich läuft es nicht so wirklich, jetzt halte ich mich vom Bereich der Geldanlage mal fern.
00:08:04: Aber eigentlich, wenn du jetzt mal wirklich ganz rational auf die Zahlendaten Fakten schaust, der letzten Jahre muss man sagen, dass weltweit wir ein ganz tolles Wachstum hatten und auch die Unternehmen richtig schön Gewinne produziert
00:08:13: haben.
00:08:14: Und ich würde gerne noch beim Thema Fehler bleiben, weil das ist ja auch für uns im Podcast immer ein ganz wichtiges, dass es Es war natürlich unangenehmes Fehler zu machen, aber dass die durchaus legitiem sind, weil wir ja auch idealerweise immer was daraus lernen.
00:08:29: Also es sollte uns auf keinen Fall davon abhalten, überhaupt uns mit Geldanlage, Altersvorsorge und so weiter auseinanderzusetzen.
00:08:36: Oder auch, wenn wir über das Karrierethema sprechen zum Beispiel, wie denkst du, passt das zusammen mit unserer grundlegenden Abneigung Fehler zu machen, aber eigentlich... brauchen wir sie ja quasi, damit wir daran wachsen können?
00:08:47: Absolut.
00:08:47: Ich glaube, das ist wieder das, was ich ihr meinte mit der Schule.
00:08:50: Also ich verbinde das mit Fehler ganz doll.
00:08:51: Da steht ein rotes F beim Diktat und so.
00:08:54: Und ich habe immer gedacht, Mist, jetzt hast du einen Fehler gemacht und es ist irgendwie hat was mit einer Leistung zu tun und die ist jetzt schlechter und deswegen machst du sie vielleicht beim nächsten Mal, bist du vorsichtiger.
00:09:05: Ich glaube, es ist ganz wichtig, den Mut zu haben, auch diese Fehler zu machen, auch im Bereich der Geldernlage.
00:09:11: Ich habe eben gesagt, der größte Fehler ist es, den Einstiegszeitpunkt in seiner Bedeutung zu überschätzen.
00:09:17: Das geht ja auch ganz häufig ein Herr damit, dass man einfach nichts tut.
00:09:20: Also wir tun lieber nichts, bevor wir irgendwie das Falsche tun.
00:09:25: Und meine Mami hat mal zu mir gesagt, ist irgendwie für mich auch großes Vorbild.
00:09:30: Sagt ihr immer eine Sache, bereue lieber etwas getan zu haben, als etwas nicht getan zu haben.
00:09:35: Und das ist so eine Einstellung, die klingt auf den ersten Blick immer irgendwie ganz leicht.
00:09:39: Aber ich versuche, die ganz, ganz viel mitzunehmen in meinem Leben, auch wenn es so um Karriereentscheidung geht oder auch um Investitionsentscheidung, einfach den Mut zu haben, bewusst was zu machen.
00:09:49: Eventuell auch, wenn es schief geht.
00:09:51: Aber es gibt auch einen Kölnerspruch, es wird schon immer alles jutgegangen.
00:09:54: Also auch einfach den Mut zu haben und den Glauben zu haben, so ein Urvertrauen, es wird schon gut gehen.
00:09:58: Immer natürlich, trotzdem mit einem bewussten Umgang von Risiken.
00:10:02: Ich glaube, das muss man sich natürlich im Bereich der Geldernlage gerade sagen.
00:10:06: Aber wenn wir über Risiken sprechen, dann ist das ja ähnlich wie bei den Fehlern, dass sich das selten hundertprozentig gut anfühlen kann.
00:10:13: Was würdest du denn sagen, können wir machen, um trotzdem so grundsätzlich ein bisschen besseres Bauchgefühl und vielleicht auch Selbstvertrauen zu haben?
00:10:21: Und wie stehst du dazu?
00:10:23: Das Risiko ja eigentlich auch vor allem bei uns Frauen, was sehr individuell ist.
00:10:27: Also je nachdem, auch in welcher Lebensphase wir uns gerade befinden.
00:10:30: Ja, das ist was Hochindividuelles und sehr abhängig von der Lebensphase.
00:10:33: Also ich finde es gut, dass du gerade noch mal diesen Punkt erwähnst.
00:10:36: Gerade bei uns Frauen.
00:10:37: Wir haben einfach ganz andere Lebensläufen, ganz andere Volatilitäten, ganz andere Schwankungen in unseren Lebensläufen.
00:10:43: Also auch da passt das Wort Schwankungen.
00:10:45: und nicht ganz linear.
00:10:46: Und wir müssen viel bewusst damit Risiken umgehen.
00:10:48: Und dadurch hat sich auch die letzten Jahrzehnte im Übrigen so eine gewisse Risiko-Aversität entwickelt.
00:10:54: Und vor allem kümmern wir uns ja auch gerne um andere, bevor wir uns wirklich mit uns selbst und unserer eigenen Vorsorge auseinandersetzen.
00:11:00: Total, das Kinderkehr arbeitet ganz viel bei uns Frauen.
00:11:03: Wir wollen, dass es eben anderen gut geht und wir dürfen da ruhig ein bisschen selbstbewusster werden oder auch mehr den Mut haben, selbstbewusst zu sein.
00:11:11: Ich glaube generell unabhängig von Mann oder Frau, es ist ganz wichtig, sich seiner Risiken bewusst zu sein.
00:11:17: Ich bringe als Beispiel ein Thema Inflation.
00:11:20: Es gibt immer Kunden, die in dem Bereich der Geldanlagegespräche sagen, Frau Meier, ich will keinen Risiko, lassen Sie mich hier mit Wehrpapieren in Ruhe.
00:11:29: Und es finde ich mal ganz spannend und ich versuche dann immer zu ermutigen seine Perspektive einfach mal zu ändern, weil das Problem ist, wenn du gar nichts machst und wir haben eine Inflation von zwei Prozent, dann hast du auch einfach das Risiko, dass dein Geld weniger wert wird, also dieses Inflationsrisiko.
00:11:43: Also du hast schon, gehst schon Risiko ein, indem du einfach nichts machst.
00:11:48: Die Risiken begleiten uns aber auch in anderen Bereichen.
00:11:51: Und das sind wieder diese kognitiven Verzerrungen, die dann aufkommen, Tanja.
00:11:54: Ich bringe mal als Beispiel, und das sehen wir ja auch in der DECA, wenn Märkte mal turbulenter sind, Märkte bewegen sich mal nach unten und korrigieren mal.
00:12:01: Was passiert vielleicht automatisch?
00:12:03: Die Leute fangen an.
00:12:05: zyklisch zu investieren.
00:12:06: Also wenn die Märkte sich hoch entwickeln, sind sie alle ganz freudig und gehen lieber rein.
00:12:10: Wenn es nach unten geht, dann kriegen die ersten Menschen so ein bisschen so ein mulmiges Bauchgefühl und sagen, ich erzähle mal von meiner Mama, die hat im letzten Jahr angelegt, im Februar, ich habe sie wirklich nach langer Zeit überzeugen können, im Februar.
00:12:25: Ja, und dann kam Donald Trump im März.
00:12:28: Und sie rief mich an und ich freue mich immer, wenn sie anruft.
00:12:30: Aber ich wusste, es war irgendwie damit verbunden.
00:12:33: Und sie sagte auch, so haben wir das jetzt nicht stoppen.
00:12:35: Und es geht nach unten und ich sehe hier rot.
00:12:37: Es ist alles rot.
00:12:39: Und das ist dann immer so dieses intuitive Mensch.
00:12:41: Es geht runter, ich muss jetzt raus.
00:12:43: Und das sollte man vermeiden.
00:12:46: Großes Thema auch so Herdentrieb.
00:12:49: Und ich glaube, das kennen wir auch so aus täglichen privaten Bereichen.
00:12:53: Wir mögen immer ganz gerne das, was andere mögen.
00:12:55: Also so Trends, die sich abzeichnen, das was andere machen.
00:12:59: Und es ist natürlich auch ein großes Thema, ein großer Aspekt.
00:13:04: im Bereich der Geldanlage.
00:13:05: Man hört irgendwo anders was andere machen.
00:13:07: Man schnappt das dann mal eben so auf und sagt, Mensch, das will ich auch.
00:13:11: Ohne für sich zu hinterfragen, ist das jetzt eigentlich das, was mein Erwartung und auch meinem persönlichen Risikoprofil entspricht.
00:13:18: Und
00:13:18: kann ich diesem vielleicht unter Umständen selbst ernannten Experten, Experten auch wirklich vertrauen?
00:13:23: Genau.
00:13:24: Also auch da erlebt man manchmal Kunden, die sagen, über Jahre hinweg lassen sie mich mit im Bereich der Geldanlage in Ruhe.
00:13:33: Und auf einmal sind es dann Kunden, die durchaus vielleicht auch mal so ein Thema wie Krypto anfragen oder auf einmal eine Einzelaktie kaufen.
00:13:39: Und da muss man dann schon genau abwägen, ist es das, was wirklich zu einem passt oder woher kommt jetzt am Ende dieser Entscheidung.
00:13:46: Beim Bereich Risiko immer wichtig für sich zu fragen, sich zu hinterfragen, was will ich, wo will ich hin und entsprechend das Risiko dann auch anzupassen mit einer guten Strategie.
00:13:56: Und das hilft in der Regel auch, ein gutes Bauchgefühl zu bekommen.
00:14:01: Für mich klingt das jetzt alles so ein bisschen so, als würden wir uns bei der Gelternlage aber wahrscheinlich auch in sonstigen Lebenslagen hin und wieder einfach mal selbst.
00:14:10: im Weg stehen.
00:14:11: Wie kann man denn diese Verhaltensmuster eigentlich verhaltensökonomisch erklären?
00:14:16: Ja, da gibt es tatsächlich sogar eine wissenschaftliche Erklärung dafür.
00:14:19: Also sie schützen uns.
00:14:20: Es kommt aus der Evolution heraus.
00:14:21: Also wenn uns früher ein Feind begegnet ist, also auf dich ist ein Bär zugelaufen, dann ist ein erster Reflex erstmal wegrennen oder ein Schockstarre verfallen.
00:14:29: Weniger in Angriff gehen.
00:14:31: Und diese Evolutionsmuster, die tragen sich bis heute fort.
00:14:35: Wir wollen immer auf einen potenziellen Feind irgendwie reagieren und wir wollen uns schützen.
00:14:39: Und wir wollen uns natürlich auch vor Was schützen im Bereich der Geldanlage vor Verlusten.
00:14:44: Wir wollen eigentlich nur das Beste für unser Geld.
00:14:47: Und das führt dann häufig dazu, ich muss es jetzt so provokativ sagen im Bereich der Geldanlage, dass man eher in so eine Schockstarre verfällt oder vielleicht auch manchmal wegrennt, anstatt bewusst auf einfach einmal auf Angriff zu gehen und zu sagen, ich nehme mich dem Thema jetzt ganz bewusst an.
00:15:04: Dann ist das Thema Informationsverarbeitung auch ganz zentral.
00:15:07: Also wir haben so viele Informationen tagtäglich zu verarbeiten, also so viele Bewusste als auch unbewusste Entscheidungen zu treffen.
00:15:16: Und dazu muss man ja auch sagen, wenn Gabriele und ich hier über volkswirtschaftliche Themen sprechen, dann nehmen wir auch in den Medien viel häufiger das negative war, aber wir nehmen jetzt nicht tagtäglich war, oh, die Weltwirtschaft wächst, Bevölkerungswachstum.
00:15:31: wächst.
00:15:32: Das sind ja die Dinge, die verdrängen wir dann ganz gern mal.
00:15:34: Ja, total.
00:15:35: Das ist im Übrigen auch eine kognitive Verzerrung.
00:15:39: Wir sind immer auf der Suche nach Bestätigung.
00:15:41: Also wir suchen immer so nach Bestätigungsthematiken und Informationsständen.
00:15:46: Beispiel meine Mama, die hatte Angst vor der Geldanlage, die wollte da eigentlich nicht rein.
00:15:50: und dann kommt so ein Donald Trump um die Ecke, die Nachrichtenlage ist so wie sie ist und dann sagt sie habe ich es doch gewusst, Frederike, ich hätte das nicht machen sollen.
00:15:58: Also man sucht dann wirklich nach Bestätigung.
00:16:01: Mich würde jetzt natürlich interessieren, also du bist ja sehr reflektiert, was dieses Thema anbelangt, hast dich damit auch intensiv auseinandergesetzt.
00:16:08: Heißt es denn, dass du vor ja kognitiven Verzerrungen gewahrt bist?
00:16:12: Nee, ich würde sagen sogar gar nicht.
00:16:14: Also mir passiert das tatsächlich persönlich sehr häufig und ich muss dann im Nachhinein immer schmunzeln, weil ich denke jetzt ist es dir genau so passiert, gerade so dieses Thema Bestätigungsfehler.
00:16:23: Also wenn ich mir irgendwie was kaufen will.
00:16:26: Vor kurzem war das mal so, da wollte ich unbedingt eine Reise tätigen.
00:16:30: Und das war eine größere Fernreise und witzigerweise und ich stand so ein bisschen vor der Abwägung.
00:16:34: Machst du das jetzt oder nicht?
00:16:36: Passt das überhaupt?
00:16:37: Und auf einmal, also mein Social Media war davon voll, ich habe im Freundeskreis nur noch Leute gehört, die in dieses Land gereist sind, diese Fernreise gemacht haben.
00:16:47: Das kannst du auch auf andere Investitionsentscheidungen treffen und dann siehst du nur noch Leute mit Fernreisen.
00:16:52: Du siehst im Zweifelsfall nur noch Leute, die diese Tasche tragen oder dieses Autofahren oder diese Frisur haben, weil du selber nach einer Bestätigung suchst.
00:17:00: Hast du die Reise gebucht?
00:17:01: Ich habe die Reise gebucht.
00:17:03: Es ging nach Sri Lanka, da haben wir uns sogar noch drüber unterhalten.
00:17:06: Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst.
00:17:08: Und es ist ja auch nicht immer nur schlecht, mal den Empfehlungen von anderen Menschen zu folgen.
00:17:12: Das wollen wir ja hier auch nicht sagen.
00:17:14: Ich würde jetzt gerne sagen, ich habe keine, aber mit Sicherheit habe ich die auch.
00:17:18: Also ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich noch nicht einem TikTok-Trend hinterher gerannt wäre.
00:17:24: Ja, man wird davon einfach beeinflusst, das ist
00:17:26: schon
00:17:27: so.
00:17:27: Und eigentlich bin ich ja auch ganz froh, wenn mir irgendwas einer Freundin gut gefällt oder irgend ein paar Filme gut riecht, dann weiß ich ja auch schon, dass es... getestet, für gut befunden und kaufenswert ist.
00:17:36: Von daher gar nicht so schlecht, aber ich muss sagen, bei der Geldanlage da, glaube ich, ist es dann doch viel individueller als bei einem paar Schuhe oder ein paar Filmen.
00:17:45: Deshalb, da würde ich mich dann auch wirklich nur von den Profis beraten lassen.
00:17:49: Ja, und das ist auch der richtige Schritt, sich da ganz aktiv rat einzuholen.
00:17:53: Jetzt kommen wir natürlich an einen ganz spannenden Punkt, nämlich, wie können wir dann eigentlich dieses Wissen und alles, was du uns jetzt auch erzählt hast über unsere kleinen und größeren Denkfehler für uns nutzen?
00:18:03: um vielleicht auch zukünftig einfach bessere Entscheidungen treffen zu können.
00:18:07: Ich
00:18:08: habe eben schon mal angesprochen, Rat holen.
00:18:09: Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Sache.
00:18:11: Ich sage mal, vier Augen sehen mehr als zwei.
00:18:13: Also, sich Unterstützung holen im Freundeskreis, aber auch ganz gezielt... im Bereich der Finanzenberatung holen, auf die Beraterinnen, Berater der Sparkassen zugehen, für sich eine Strategie besprechen und entwickeln, um genau diese kognitiven Verzerrungen, ich nehme jetzt mal das Beispiel Homebuyers oder auch dieser Verfügbarkeitsaristiken zu vermeiden.
00:18:32: Und damit hat man für sich dann auch einen generellen guten Fahrplan.
00:18:36: Es gibt auch Lösungen wie zum Beispiel Robo-Advisor, die mit ganz automatisierten Mechanismen arbeiten, wo du auch ganz rational eben erklären kannst, warum welche Entscheidungen getroffen werden.
00:18:46: Und die helfen natürlich genau, diese emotional fehlgeleiteten Entscheidungen manchmal zu reduzieren.
00:18:53: Das gewohnte ist uns immer sehr sympathisch.
00:18:55: Wo das ganz besonders fatal ist, das rote Sparbuch.
00:18:59: Ich weiß nicht, ob du dich als Kind so dran erinnerst, aber das rote Sparbuch löst bei Kunden immer was ganz Tolles, Positives aus.
00:19:05: Und das ist natürlich auch so.
00:19:07: Aber dadurch haben wir es auch so gern und lassen uns nicht immer unbedingt auf was Neues ein.
00:19:12: Generell.
00:19:13: Kann man nochmal so zwei Rezepte ableiten.
00:19:15: Ich habe eben schon von dem Thema Streuung gesprochen.
00:19:18: Time.
00:19:19: Time gilt auch, also Zeit haben und Streuung mitbringen.
00:19:22: Und dann hat man für sich eine richtig, richtig gute Strategie.
00:19:26: Und es gibt so ein Zitat.
00:19:28: Ich bring heute so viele Zitate rein.
00:19:31: Aber das finde ich ganz schön.
00:19:33: Aus Angst vor dem Unbekannten wählen wir häufig das bekannte Unglück anstelle des unbekannten Glücks.
00:19:38: Und ich hatte das mal im privaten sehr bewegt, dieses Zitat, aber ich kann da auch ganz, ganz, ganz viel daraus ableiten für die Geldanlage.
00:19:45: Also auch dem Mut haben sich einfach mal auf das Unbekannte einzulassen.
00:19:49: Vielen lieben Dank, Frederike.
00:19:50: Das war wirklich ein sehr schönes... Schlusswort und auch vielen Dank für die Einblicke in die Verhaltensökonomie heute und dafür, dass du uns gezeigt hast, dass Emotionen bei der Geldanlage ganz normal sind und wir durchaus lernen.
00:20:04: können und dürfen damit umzugehen.
00:20:06: Und natürlich auch Dankeschön an euch fürs Zuhören heute.
00:20:10: Wenn euch solche Gedanken auch schon mal begegnet sind oder ihr Fragen an Frederik gehabt oder auch einen Wunsch für ein Thema, das wir hier demnächst mal im Podcast adressieren sollten, dann schreibt uns gerne an podcast.dk.de und wir hören uns hier an dieser Stelle auf jeden Fall in zwei Wochen wieder.
00:20:25: Vielen Dank und bis bald.
00:20:33: Untertitel im Auftrag des ZB.