Money on Her Mind

Money on Her Mind

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00:00:02: Money on her mind, der DECA Finanz

00:00:04: Podcast von Frauen für Frauen.

00:00:18: wieder einen ganz besonderen Gast begrüßen zu dürfen.

00:00:24: Die liebe Michaela Baalmann, sie war auch schon in einer unserer letzten Folgen mit dabei.

00:00:28: die Michaela ist Familienanwältin Rotaren im Raum Hannover und für das Thema Frauen und Finanzen auch ab und zu mal auf der Bühne für Haus und Geld.

00:00:38: Und ich habe nach der letzten Folge festgestellt es sind einfach so unsagbar viele Fragen offen geblieben und von daher freut es mich dass wir uns heute diesen Fragen noch einmal widmen dürfen.

00:00:49: Ganz gezielt sprechen wir heute über ein Thema, über das die meisten Menschen nicht besonders gerne nachdenken und das trotzdem jeden von uns betrifft.

00:00:57: Über die Frage was geregelt sein sollte wenn das Leben einmal anders verläuft als eigentlich geplant?

00:01:02: Und mir ist ganz ganz besonders wichtig jetzt zu betonen dass wird es nicht machen weil wir pessimistisch sind sondern ganz im Gegenteil weil Vorsorge für mich alles in einem ist.

00:01:12: Ein Akt der Fürsorge für die Menschen die wir lieben.

00:01:16: Vielleicht könnte man für heute auch sagen, wir machen das unbesprechbare ein Stück weit besprechbar.

00:01:22: Und dafür könnt ich mir keine bessere Gesprächspartnerin vorstellen als dich, liebe Michaela!

00:01:27: Liebe Michaela, schön dass du mit dabei bist.

00:01:29: Ja, ich freue mich auch, dass ich wieder dabei sein kann.

00:01:32: Ab welchem Alter sollte man eigentlich anfangen sich mit Nachlass vollmachten und Vorsorge zu beschäftigen?

00:01:38: Und warum würdest Du sagen warten die meisten Menschen doch irgendwie so lange sich mit diesem Thema

00:01:43: auseinanderzusetzen?!

00:01:45: Es ist ja so, dass solange man noch nicht achtzehn ist haben die Eltern ein sogenanntes Sorgerecht.

00:01:51: Also die Eltern können dann entscheiden und sobald das Kind dann achtzehnt ist es mit dem Sorgrecht vorbei und es gibt grundsätzlich niemanden der für einen selber irgendwas entscheiden kann oder handeln darf.

00:02:05: Also ist es für Menschen, ab achtzehn sinnvoll sich mit diesen Themen zu beschäftigen?

00:02:10: Was ist wenn ich mal in einer Situation bin wo ich selber keine Entscheidungen treffen kann?

00:02:15: Sei es weil ich vielleicht im Koma liege Ich hatte einen Unfall oder weil irgendeine Krankheit mich daran hindert.

00:02:22: viele Menschen so lange warten, weil man sich mit diesen Dingen hast du ja auch schon ein bisschen gesagt nicht so gerne beschäftigt also sowas wie Alter Krankheit tut.

00:02:30: das sind so Dinge die verdrängt man und sagt ach da habe ich noch Zeit das kann ich nochmal später machen.

00:02:37: Und ich glaube auch einen Punkt ist dass man denkt dass es unheimlich kompliziert ist und wir kennen das ja.

00:02:43: komplizierte Dinge schiebt man ganz gerne mal auf.

00:02:45: Ja, da haben wir sie wieder die Liste unerledigter Sachen.

00:02:48: Aber ich glaube du hast schon irgendwie ein Stück weit recht und ich glaube wirklich so.

00:02:51: diese Konfrontation mit der Endlichkeit ist einfach unangenehm Und mir hat neulich aufgrund eines privaten Trauerfalls jemand gesagt Wir Menschen wollen und können eigentlich diese Endlichkeit auch gar nicht begreifen aber wir müssen uns natürlich irgendwie trotzdem mit ihr auseinandersetzen.

00:03:07: Was würdest Du denn sagen?

00:03:08: Ist so die größte Fehlannahme Die Menschen über das Thema Erben und Vorsorge haben?

00:03:14: Bei der Vorsorge ist es, dass Menschen denken das nahe Angehörige alles regeln können.

00:03:19: Dass die also per se dazu befugt wären auch wenn man keine Dokumente erstellt hat.

00:03:24: Das ist aber eine Fehlannahme, das ist nicht so.

00:03:27: Also es gibt auch nichts was Eltern manchmal denken, dass die Kinder dann später mal für einen handeln können.

00:03:32: So ein umgedrehtes Sorgerecht sozusagen Der Kinder für die Eltern und das gibt es nicht.

00:03:38: Das einzige was es gibt ist so ne Ausnahme.

00:03:41: da gibt es ein Notvertretungsrecht unter Ehrgatten, das ist aber auf sechs Monate beschränkt nach sechs Monaten Schluss und es gilt auch nur für Gesundheitsfragen also nicht für die Vermögensfürsorge zum Beispiel.

00:03:52: Beim Erben ist so eine häufige Fehlannahme, dass Menschen denken ich muss mir überlegen was ich alles so habe und dann verteile ich das.

00:04:01: Das kann man zwar tun aber auslegungsbedürftig.

00:04:05: Da ist es wichtig immer zu überlegen wer ist mein Erbe und einen Erben einzusetzen?

00:04:09: Wer soll also den Hut aufhaben?

00:04:11: Wer übernimmt wenn ich mal nicht mehr bin?

00:04:13: Wer wickelt alles ab?

00:04:15: Wer regelt alles?

00:04:17: Und an wen soll das gehen was ich mir vielleicht auch während meines Lebens an Vermögen erarbeitet hab?

00:04:22: Wer soll das bekommen?

00:04:25: Ich finde, es hat ja auch ganz viel so mit Selbstbestimmung und Freiheit zu tun.

00:04:28: Also vielleicht erinnerst du dich in den Unterhaltung unserer letzten Folge.

00:04:31: Du hast gesagt als ich dich gefragt habe was ist für dich Female Finance.

00:04:35: Hast du sofort gesagt die Bestimmung über sein eigenes Geld Und das greift hier natürlich auch.

00:04:40: Was passiert eigentlich mit dem Geld wenn es damit mir zur Ende geht?

00:04:45: Du hast eben den achtzenden Geburtstag angesprochen, also der Schritt ins Erwachsenenleben.

00:04:51: Welche drei Dokumente sollte denn wirklich jede erwachsene Frau haben unabhängig vom Alter und Vermögen?

00:04:59: Also beim Thema Erben- und Vorsorge finde ich es immer wichtig dass man so einen kleinen Notfallkoffer hat und dazu gehört eine Vorsorgevollmacht.

00:05:08: das sich mir Gedanken mache wer soll in den Fällen wo ich selber keine Entscheidungen für mich treffen kann für mich entscheiden dürfen?

00:05:15: Wer darf die Dinge regeln?

00:05:16: Wer soll das machen.

00:05:18: Und das kann ich in einer Vorsorgevollmacht bestimmen und kann auch noch sagen, wie derjenige das machen soll.

00:05:22: Was er darf, was er nicht darf und wie das alles so sein

00:05:25: soll.".

00:05:25: Die

00:05:25: greift auch immer!

00:05:26: Also wenn jemand verstirbt, greift die Vorsorgevollmacht in allen Lebensbereichen?

00:05:30: Also eigentlich schon...die Vorsorge voll macht wäre schon vor dem Tod.

00:05:33: also wenn jemand verstirbt dann kommen wir zu dem zweiten wichtigen Dokument.

00:05:36: Das ist das Testament.

00:05:38: aber es gibt ja auch Situationen da bin ich noch nicht tot Aber ich kann trotzdem nichts regeln weil ich vielleicht im Koma liege oder eine Demenz da ist oder ich einfach keine Energie habe, Dinge zu machen.

00:05:50: Und für all diese Notsituationen kann ich sagen das soll jemand anders machen dafür gebe ich eine Vollmacht.

00:05:58: Genau dann dass was auch wichtig ist es die Patientenverführung.

00:06:02: Da stelle ich mir immer so wenn dann Situation vor.

00:06:05: Ich stell mir vor Was möchte ich in bestimmten Krankheitssituation welche Behandlungen möchte ich, welche möchte ich nicht?

00:06:13: und das lege ich heute schon fest für die Zukunft in der ich mich vielleicht nicht mehr äußern kann.

00:06:17: Also wenn ich mal in einer Situation bin wo ich das nicht mehr selber sagen kann sage ich jetzt schon heute diese Behandlung möchte ich und diese Be Handlung möchte Ich nicht.

00:06:26: zum Beispiel könnte man sagen Wenn es ans Ende geht wenn ich sterben muss dann möchte ich palliativ behandelt werden aber es soll nicht noch vielleicht jede denkbare OP gemacht werden.

00:06:35: oder genau umgekehrt kann auch sein dass sich sage nein bitte kämpft und macht alles, was möglich ist.

00:06:41: Also sich damit einmal auseinanderzusetzen ist sicherlich ganz sinnvoll und gut und dafür auch die Patientenverfügung zu haben.

00:06:48: Dann genau das Testament ist noch ein wichtiges Dokument.

00:06:53: will ich dass dem Gesetzgeber überlassen wer alles bekommt, was ich so hinterlasse?

00:06:58: oder möchte ich das selber bestimmen?

00:07:00: Da sind wir wieder beim Thema Selbstbestimmung.

00:07:02: Ja, und somit Blick auf die Praxis.

00:07:04: Ich meine du hast ja unglaublich viel Erfahrung.

00:07:06: würdest du sagen dass das in der Realität so ist?

00:07:09: Also diese drei Dokumente auch immer vorhanden sind?

00:07:11: oder gibt es schon viele Fälle so prozentual wo du sagst um Mist

00:07:16: also zunehmend?

00:07:17: ja Das wird immer mehr Thema merke ich Dass Leute sich damit auseinandersetzen Und jetzt auch schon viele jüngere Leute das finde ich besonders gut zum Beispiel auch die Kinder haben und sagen, Mensch wenn wir mal unterwegs sind im Urlaub.

00:07:30: Wir würden beide versterben.

00:07:32: dann wollen wir das alles für unsere Kinder geregelt ist dass klar ist wo sie hinkommen.

00:07:38: Das nimmt zu glaube ich.

00:07:40: aber es gibt Luft nach oben.

00:07:42: also viele verschieben es eben auch, wie wir vorhin schon am Anfang gesagt haben und sagen sich na das kann ich später noch mal machen.

00:07:48: Und vielleicht gibt es dann manchmal doch kein später.

00:07:51: Du hast jetzt ja Testament angesprochen.

00:07:53: du hast jetzt also Vorsorge vollmacht Patientenverfügung und Testament.

00:07:56: Kann ich das handschriftlich notieren?

00:07:58: Und damit ist es sichergestellt.

00:08:00: oder was ist genau der Schritt und der Prozess?

00:08:03: Also handschrittlich geht immer Auch beim Testament.

00:08:06: aber dann bitte alles handschrifftlich und nicht wie ein Mandant von mir der gesagt hat meine Sau klaug Meine Sauklaue kann eh keiner lesen, ich tipp das mal im Computer ab und unterschreibe.

00:08:16: Das wäre nicht handschriftlich... Ach, das gilt da nicht!

00:08:18: ...und das ist formunwirksam tatsächlich.

00:08:19: Hätte ich gestern noch ein Fall.

00:08:21: Ich habe gesagt, ich lese Ihnen einmal vor was ich gemacht hab, habe ich am Computer geschrieben.

00:08:25: Die schlechte Nachricht ist Formunwirksam.

00:08:28: also man muss es wirklich mit der Hand schreiben und Unterschreiben, dass wäre ein formwirksames Testament.

00:08:33: auch eine Vorsorge vollmacht, kann man handschrifftig machen, man könnte sich auch irgendwas ausdrucken.

00:08:37: im Internet gibt's da ganz viel.

00:08:39: Unterschreiben, das is alles wirksam.

00:08:42: Oder man kann das Ganze, es gibt noch eine zweite Form beim Testament nutteriell machen.

00:08:45: Dann geht man zu einem Notar oder einer Notarin und sagt dieses und jenes möchte ich so und so haben.

00:08:51: da hat man die Sicherheit dass es so formuliert wird, dass ist nicht auslegungsbedürftig rechtswirksam ist.

00:08:57: Gibt es da auch so unterschiedliche Varianten eines Testaments, also ich erinnere noch so aus dem Studium so grob irgendwie Berliner Testament?

00:09:06: Ja, es gibt ganz viele Varianten des Testamentes.

00:09:09: Also das Berliner Testament steht so gar nicht im Gesetz.

00:09:13: eine bestimmte Form des Testaments wird immer Berliner testament genannt weil das oft früher wohl in Berlin gemacht wurde und dann hat sie den Spitznamen Berliner Testerment bekommen.

00:09:22: Das ist die Form wo Ehleute sich wechselseitig zu Erben einsetzen und zum Schluss, wenn der Zweite verstirbt gemeinsame Kinder oder auch... also man setzt dann Schlusserben ein.

00:09:34: Und dann überlegt man sich noch, wenn eines der Kinder schon Pflichteilsansprüche macht?

00:09:38: Also da kann man ganz viel regeln und das wird dann oft Berliner Testament genannt.

00:09:43: Noch mal wieder was dazugelehnt.

00:09:45: Wir müssen uns häufiger unterhalten, liebe Michelle.

00:09:47: Ja

00:09:47: genau, spannend!

00:09:49: Du hast es schon angesprochen du erlebst Familien in wunderschönen Situationen aber auch in absoluten Ausnahmesituation und Trauerfälle sind Ausnahmensituation.

00:09:58: Würdest du sagen die größten Konflikte?

00:10:00: Und ich glaube die entstehen nun mal manchmal einfach.

00:10:02: Es wäre immer schön wenn sie nicht entstehen.

00:10:05: Sie entstehen wirklich wegen Geld oder eigentlich wegen unerklärter wegen ungeklärte Erwartungen oder nie geführter Gespräche.

00:10:13: Also absolut zweites.

00:10:15: Oft geht es gar nicht ums Geld, das sagen wir Mandanten manchmal auch.

00:10:19: Frau Ballmann, mir geht es garnicht um's Geld aber und dann kommt ganz viel... Und was oft darunter steckt sind nie geführte Gespräche in Familien.

00:10:29: Es gibt vielleicht Erwartungen, es gibt Erfahrungen die man in der Kindheit gemacht hat um andere Dinge und gar nicht ums Geld.

00:10:37: Manchmal geht es auch um das Geld natürlich, es macht einen Unterschied ob ich Erbe geworden bin oder nicht und da gibt's manchmal auch hohe Vermögen die dort verteilt werden und dann spielt es natürlich schon eine Rolle.

00:10:48: aber oft ist es eben auch so dass dahinter steckt die Erfahrung die man als Kind gemacht hat wenn sich Geschwister streiten ums Erbe dann auch oft um Fragen wie wer hat sich um die Eltern gekümmert, wer hat mehr gemacht?

00:11:04: Wer ist immer schon bevorzugt worden.

00:11:06: Wer hat sich nie gesehen gefühlt?

00:11:09: was ist da so in der Vergangenheit passiert?

00:11:11: und das wird dann im Erbfall oft erst sichtbar durch den Streit der dann manchmal entsteht.

00:11:16: Deshalb denke ich dass es gut ist wenn es möglich ist sich in den Familien zu unterhalten Gespräche zu führen Missverständne aus dem Weg zu räumen.

00:11:26: Manchmal geht das aber gar nicht, weil die Fronten so verhärtet sind.

00:11:30: Es gibt vielleicht auch Kontaktabbrüche da geht es überhaupt gar nicht dass man ins Gespräch kommt und da sind eben klare deutliche Regelungen und Entscheidungen besonders wichtig Weil oft entsteht auch Streit, weil eben Interpretationspotenzial da ist.

00:11:45: Man Dinge auslegen kann sie unbestimmt sind und das führt dann oft dazu dass heftig und viel gestritten wird.

00:11:51: Und je klarer es ist, je klar man Regelungen getroffen hat vielleicht in einem Testament oder in einer Vorsorgevollmacht Je eindeutiger es ist desto weniger Spielraum besteht dann auch für Streit.

00:12:02: Musst du da manchmal eigentlich schlichten in den Gesprächen die Du hast mit deinen Klienten?

00:12:06: Ja, sehr oft sogar.

00:12:09: Also sagen wir es mal so als Notarin bin ich ja neutral und da geht's ja auch gerade darum gute Lösungen zu finden und da bin ich auch sehr gerne behilflich und unterstütze dort gerne.

00:12:21: Ich bin auch Mediatorin, auch da bin nicht neutral, da gehts auch drum Konflikte anzugehen und den Leuten zu helfen eine gute Lösung für sich zu finden.

00:12:30: Und dann bin ich Anwältin, da bin.

00:12:34: dann ist es natürlich aber trotzdem auch wichtig herauszuarbeiten, worum geht's jetzt gerade?

00:12:39: Was möchte der Mandant erreichen und wie kann man das vielleicht ganz gut umsetzen.

00:12:43: Du hast ja gesagt gemeinsame Gespräche sind enorm wichtig.

00:12:46: Wer sollte denn jetzt eigentlich auf wen zugehen?

00:12:48: Sollten die Eltern sagen wir müssen mal sprechen mit den Kindern.

00:12:51: Wir nehmen die Kinder jetzt mal mit in die Sparkasse oder sollten die Kindern aktiven Schritt auf die Eltern zumachen?

00:12:58: Das ist eigentlich am Ende, glaube ich egal.

00:13:00: Wichtig ist das der Schritt gemacht wird ob er jetzt von den Kindern auf die Eltern ausgeht oder von den Eltern auf die Kinder ist.

00:13:07: letztlich... Egal Hauptsache ist dass man ihn tut glaube ich, dass man Dinge angeht und dass man nicht den Gedanken hat ach dazu komme ich später nochmal.

00:13:18: Viele Eltern möchten ja noch zur Lebzeiten unterstützen und nehmen sich diesem Thema auch ganz bewusst an.

00:13:23: Wann ist Schenken sinnvoll?

00:13:25: Und was muss man dabei eigentlich beachten?

00:13:27: Jetzt gerade so mit Blick auf Vermögen, wir haben ja viel mit Kunden Kundinnen zu tun in den Sparkassen die Vermögensaufgebaut haben ordentliche Deposum und vielleicht kommt dann irgendwann die Situation wo man sagt jetzt will ich meine Kinder ans Boot holen.

00:13:40: Das sind ja auch immer ganz schöne Momente, die ich auch begleiten darf.

00:13:44: Dann als Notarin bei Schenkungsverträgen sitzen dann manchmal die stolzen Eltern und blicken auf ihre Kinder und die dankbaren Kinder und sagen wow toll dass wir jetzt schon zu Lebzeiten Unterstützung bekommen.

00:13:55: das macht natürlich immer Sinn wenn Eltern sagen, wir haben genug Vermögen.

00:14:00: Wir sind auch schon selber abgesichert und wir möchten jetzt was geben weil jetzt sind unsere Kinder vielleicht eine junge Familie oder bauen gerade ein Unternehmen auf oder jetzt können sie es gut gebrauchen?

00:14:11: Dann ist das natürlich ne tolle Sache.

00:14:13: und wichtig ist wenn man Schenkungsverträge macht dass die auch nuterell beurkundet werden müssen Wenn man Immobilien weitergibt, das passiert relativ häufig auch.

00:14:24: Dass man sich dann Gedanken macht, möchten die Eltern vielleicht ein Wohnungsrecht haben oder einen Nutzungsrecht?

00:14:31: Das heißt ein Juristisch-Nießbrausrecht.

00:14:33: soll man da irgendwas machen?

00:14:35: möchte man etwas regeln falls das Kind vor einem verstirbt?

00:14:38: soll es Fälle geben indem man auch das Geschenk zurückfordern darf?

00:14:44: All das kann man wunderbar regeln in so einem Vertrag und darüber sollte man sich Gedanken machen.

00:14:49: Und dann haben wir natürlich auch die steuerliche Komponente, man kann alle zehn Jahre vierhunderttausend Euro steuerfrei an die Kinder weitergeben pro Elternteil vierhundertausend Euro.

00:15:01: Und gerade bei größeren Vermögen ist es natürlich sinnvoll, alle zehn jahre diese Steuerfreibeträge auszunutzen damit man möglichst steuer frei auch Vermögens in den nächsten Generationen gibt.

00:15:11: Dann zum Thema Wichtig zu bedenken, wenn man mehrere Kinder hat und man beschenkt nur ein Kind.

00:15:18: Was soll später mal im Erbfall sein?

00:15:20: Soll sich dieses Kind das anrechnen lassen müssen?

00:15:22: Sollen das irgendwie ausgeglichen werden?

00:15:25: Wie möchte man das gestalten?

00:15:26: All das sind wichtige Dinge die man bespricht Und dann kann man einen Schenkungsvortrag machen.

00:15:32: Ich kann

00:15:33: das überhaupt nicht einschätzen.

00:15:34: wie häufig wird das so genutzt in der Praxis?

00:15:36: Das Thema schenken

00:15:38: Tatsächlich sehr häufig.

00:15:40: Da gibt es immer unterschiedliche Gründe, warum man das tut.

00:15:44: Den steuerlichen Grund habe ich schon genannt.

00:15:47: Manchmal auch einfach, man möchte eine Immobilie renovieren aber als älterer Mensch bekommt man keinen Darlehen und der jüngere Mensch sagt ja ich würde das ja machen aber da möchte er auch gerne Eigentümer sein.

00:15:58: Das ist oft ein Grund dass man schon mal Immobilien weitergibt oder auch

00:16:05: gepostlich... Wie ist es bei den Depots- und Wertpapieren?

00:16:09: Auch das ist ein Thema.

00:16:11: Ein bisschen weniger, also die Immobilie ist es auch häufig.

00:16:14: Depots erlebe ich weniger vielleicht auch deswegen weil da nicht zwingend ein notareller Vertrag erforderlich ist.

00:16:21: Also im Gesetz steht Das muss notariell beurkundet werden.

00:16:24: Es sei denn, die Schenkung ist schon vollzogen dann ist die Form gehalten und wenn die Depots schon übertragen sind.

00:16:30: also das Schenkungsversprechen muss beurkunnet werden aber die Schenkung die schon vollzogen ist nicht und da nehme ich mal an dass Leute das vielleicht machen ohne dass sich das mitbekomme als Notarin.

00:16:43: Da vielleicht auch nochmal der Hinweis an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:16:46: Wir machen keine Rechtsberatung in den Sparkassen, aber wir appellieren immer daran – ich habe es immer zu meinen Kunden gesagt – nehmen Sie Ihre Kinder und vielleicht auch Ihre Enkelkinder mit in die Gespräche weil ich finde Eltern oder auch Großeltern haben ja auch irgendwie eine gewisse Vorbildfunktion um das auf vorzuleben.

00:17:02: Ich kümmere mich!

00:17:04: Ich bin mir bewusst was mit meinem Geld passiert und ich lege es sinnvoll strukturiert an Inwerpapieren oder natürlich auch in Immobilien.

00:17:11: Ja, das denke ich auch.

00:17:12: Da können ja Eltern gerade auch eine gute Vorbildfunktion sein weil wenn man sich mal an die eigene Jugend erinnert dann ist es vielleicht erstmal auch fremd und das ist grade glaube ich ungünstig weil je früher man anfängt sich damit auseinander zu setzen und vielleicht da auch jetzt kommen wir vielleicht ein bisschen vom Thema... Das passt zur Vorsorge.

00:17:31: auf jeden Fall Vermögen schonmal aufbaut desto mehr Wirkt auch der Zins, das Zins natürlich dafür dass sich da das Vermögen gut entwickelt.

00:17:41: Also es sind schon Weichenstellungen.

00:17:43: meine Chefin sagt immer liebe Grüße an der Stelle an sie.

00:17:45: also die Depots für ihre Kinder waren eröffnet als sie im Kreißsaal war.

00:17:48: Das war ein

00:17:49: schönes

00:17:50: Bild aber das muss man tatsächlich glaube ich einfach so leben damit es was bringt.

00:17:57: kleinere Beträge am Ende mehr, da hattest du glaube ich so eine tolle Folie als wir mal zusammen Vortrag gemacht haben.

00:18:03: Ja ja, ich habe das mal ausgerechnet.

00:18:04: also wenn man auch da schon sagt, ich meine jetzt kommen wir ein bisschen vom Thema Erben ab.

00:18:07: aber auch da spielt hier irgendwie ne Rolle Du entschließt dich dein Kind wird geboren Hundert Euro für deinen Kind zu sparen So oder auch für dein Enkelkind und Das übernimmt das mit achtzehn Jahren und macht das bis zu seinem fünfundsechzigsten Lebensjahr Und wir nehmen einmal eine Rendite von sechs Prozent an dann steht so'n Depot bei fast neunhunderttausend Euro.

00:18:27: Und wenn ich mich für ein Tagesgeldkonto entschieden hätte, wären das um die hunderthundertfünfzig.

00:18:32: Also da sieht man mal was diese Weiche am Ende bedeutet auch mal an so einer Zahl.

00:18:38: Jetzt lass uns nochmal auf unser ursprüngliches Thema zurückkommen obwohl das finde ich irgendwie alles miteinander zusammenhängt.

00:18:44: gibt es einen Fall oder gab es eine Situation bei der du dachtest dass hätten diese Menschen mit einem einzigen Gespräch oder einer einzigen Unterschrift verhindern können?

00:18:53: Ja da kommt mir immer Wie ich finde, besonders tragischer Fall.

00:18:58: Ein Mandant von mir war verheiratet und die hatten keine Kinder.

00:19:02: Und das gehört vielleicht auch zu den... größten Irretümmern im Erb.

00:19:05: recht, viele Menschen denken wenn man verheiratet ist das automatisch der Ehrgatte Alleinerbe wird.

00:19:11: Das ist aber nicht so.

00:19:13: also wenn man Kinder hat erben die Kinder mit Wenn man kein Testament gemacht hat und wenn man keine Kinder hat dann erbt die Familie des Verstorbenen mit.

00:19:22: Dann geht hier nach dem was man für einen Güterstand hat ein Viertel mindestens in die Familie.

00:19:27: und so war das auch bei meinem Mandanten.

00:19:28: Der hatte mit seiner Frau ein wunderschönes Haus, die beide so ein bisschen künstlerisch veranlagt und hatten sich das richtig schön gemacht sehr plötzlich verstorben, die hatten kein Testament und dann kamen ihre Geschwister.

00:19:42: Und sie waren mit meinem Mandanten eine Erbengemeinschaft.

00:19:45: Dann wurde sehr viel gestritten über den Wert der Immobilien.

00:19:48: Es mussten Gutachten eingeholt werden es verging auch viel Zeit und das war nicht klar was mit der Immobilie wird.

00:19:54: und am Ende musste mein Mandant tatsächlich die Immobile verkaufen um die Geschwisters seiner Ehefrau auszubezahlen.

00:20:01: Das hat mir so leid weil er hätte einen Zweizeiler hätten die beiden machen können.

00:20:05: wir setzen uns gegenseitig zu alleinigen Erben ein.

00:20:08: Beide hätten es unterschrieben und es wäre gar kein Fall geworden.

00:20:11: Also das ist so ein Klassiker, der mir immer vor Augen ist wo ich auch oft eben sage bitte denkt nicht wenn ihr verheiratet seid dass euer Ehrgerde eurer Alleinerbe ist sondern in dem fall müsste man einen Testament machen.

00:20:26: Ja ich glaube man musste einfach unsagbar sensibilisiert sein.

00:20:30: jetzt haben wir ja viele Hörerinnen und Zuhörerin.

00:20:32: stell dir jetzt vor jede Hörerin führt heute Abend genau ein Gespräch Mit wem sollte sie sprechen und worüber?

00:20:39: Also ich würde jeder Hörerin sagen, führe das Gespräch mit der Person die für dich handeln soll.

00:20:47: Bespreche mit dieser Person was ihr tun soll wie dass alles laufen soll und dann stell dir die Frage ist diese Person rechtlich dazu in der Lage?

00:20:57: hat sie also die rechtlichen Instrumentarien um das umzusetzen was wir besprochen haben?

00:21:03: sprich Brauche ich vielleicht noch eine Vorsorgevollmacht oder ein Testament, damit das alles so kommt wie ich das gerne haben möchte.

00:21:10: Sehr schön!

00:21:11: Wieder viele Fragen und viele Antworten.

00:21:13: liebe Michaela Ich könnte wieder stundenlang mit dir weiter sprechen und ich würde sagen an anderer Stelle werden wir das auch definitiv noch machen.

00:21:20: Ich sage ganz herzlichen Dank dass du uns heute mit all deinem Wissen wieder zur Verfügung gestanden hast bei einem Thema was ja gar nicht so leicht ist und unser Anspruch war.

00:21:29: unser Ziel war heute das Unbesprechbare besprechbar zu machen und es ist auch unser Appell, unser Wunsch.

00:21:36: Sprechen Sie über diese Themen.

00:21:37: sprechen sich vielleicht auch über die Themen, die auf den ersten Blick irgendwie unangenehm sind.

00:21:42: Spreichen sie mit den Beratern, Beraterinnen in den Sparkassen wann man anfangen kann seine Kinder oder auch Enkelkinder mit ins Boot zu holen welche Dokumente man haben sollte, welche Themen beachtet werden sollten damit sich das für sie besser anfühlt.

00:21:56: Es ist ein Akt der Fürsorge!

00:21:59: Wir sagen jetzt ganz herzlichen Dank!

00:22:01: Danke für die Einladung!

00:22:02: Wir wünschen

00:22:02: Ihnen ein wunderbares Wetter einen wunderbaren Freitag Nachmittag und sagen herzliche Dank.

Über diesen Podcast

Money on her Mind ist der Deka-Podcast von Frauen für Frauen, der sich mit Themen rund um Wertpapiere, Female Empowerment und finanzielle Unabhängigkeit auseinandersetzt. Er richtet sich vor allem an Frauen, die sich für Wertpapiere interessieren, aber bislang wenig oder noch keine Berührungspunkte mit der Geldanlage hatten. Ob Altersvorsorge, Budgetplanung oder auch das Erklären von wichtigen Finanzbegriffen, Money on her Mind ist unterhaltsam, informativ und vor allem nahbar.

von und mit DekaBank

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