Money on Her Mind

Money on Her Mind

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00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Money on Hermain, dem DECA Finanz Podcast rund um Geld- und Karrierethemen.

00:00:25: Heute wollen wir uns einem sehr aktuellen, aber leider auch sehr unerfreulichen Thema widmen.

00:00:31: Im Augenblick beherrscht der Krieg im Iran die Schlagzeilen.

00:00:34: Er macht uns Angst!

00:00:35: Wir sorgen uns um die Menschen, die direkt vom Krieg betroffen sind und um ihr Leben fürchten müssen – und wir sorgen uns über die Rohstoffversorgung der Welt.

00:00:42: Das alles betrifft auch die Wirtschaft und natürlich unsere Geldanlagen.

00:00:46: Wie genau das möchte ich heute gemeinsam mit meiner Kollegin Dekafolkswirtin und Rohstoffexpertin Dr.

00:00:51: Gabriele Wiedmann einordnen Auswirkungen der Krieg hat und wie wir auf solche Ereignisse als Anlegerin reagieren können.

00:00:59: Hallo Gabriele, schön dass du da bist!

00:01:01: Hallo liebe Tanya ich freue mich dich zu sehen auch wenn es heute eher schwierig wird.

00:01:06: Gabriele Du bist ja schon ein paar Jahre jahrzehnte im Geschäft und hast schon einige Krisen erlebt.

00:01:12: Wie ging's dir denn am achtundzwanzigsten Februar?

00:01:15: Als du gehört hast das die USA und Israel den Iran angegriffen haben?

00:01:19: Ich bin total erschrocken, Tanja.

00:01:21: Man hat ja vor immer wieder darüber geredet das vielleicht sowas kommt aber ich habe immer gedacht nein also die werden hoffentlich dieses Fragile Gleichgewicht im Nahen Osten nicht zerstören und dann bohrt dieser Schreck diese Angst auch dass es wirklich zu einem Flächenbrand kommt.

00:01:37: und dann auch die Sorge denkt mal was da alles wie die Menschen betroffen sind.

00:01:42: dort ist ja nicht nur ein Regime das man vielleicht zerstören möchte sondern das sind alle Menschen denen das Leben noch schwerer gemacht wird, als es ohnehin ist.

00:01:51: Dann habe ich mir natürlich total Sorgen gemacht und mache mich jetzt noch um die Energieversorgung.

00:01:55: aus den Nahen Osten kommt Ruhöl und Erdgas.

00:01:58: Das ist alles wichtig für die Weltwirtschaft.

00:02:01: Und dann hab' ich mich wieder dran erinnert wie das war mit dem Schrecken damals als Russland die Ukraine überfallen hat.

00:02:08: Dann auch die Erinnerungen, wie ich mich in den ersten Tagen gefühlt habe.

00:02:12: aber dann auch habe Ich mir dann wieder etwas Mut gemacht und gesagt naja also erstens mal wird man sich daran gewöhnen und wir werden auch dieses Mal die Probleme lösen.

00:02:21: Und ich hoffe auch, dass der Konflikt dann doch bald zu Ende geht, dass es wieder Frieden gibt oder mehr Frieden in der Region

00:02:29: gibt.

00:02:29: Wir haben ja schon an der einen oder anderen Stelle in unserem Podcast in der Vergangenheit über das Thema Krisen gesprochen und ich finde es schon auffällig wie unruhigt die Welt einem inzwischen vorkommt und dass man sich auch an den Krieg in der Ukraine gewisserweise gewöhnt hat!

00:02:46: Und teilweise wird ja in Berichten auch von einer sogenannten Polikrise gesprochen.

00:02:50: Einfach, weil man das Gefühl hat es wird immer mehr Unruhe an den verschiedensten Orten der Welt und auch von der Belastung der Menschen und der Wirtschaft durch solche Krisen wird viel gesprochen.

00:03:01: irgendwie dreht sich das gefühlt alles viel schneller als früher.

00:03:04: aber ist das wirklich so?

00:03:06: Also zuerst mal diese Polikriese.

00:03:07: was heißt dass irgendwie so viele Krisen parallel sind?

00:03:11: Das stimmt schon in der Wahrnehmung.

00:03:13: Darüber reden wir auch in unseren volkswirtschaftlichen Runden, wie viel da parallel läuft.

00:03:18: das ist so.

00:03:19: ich glaube ja dass der Grund dafür dass wir das so dramatisch wahrnehmen auch darin liegt dass wir über die Medien viel mehr erfahren über die ganzen Krisen.

00:03:29: denn ich muss ganz ehrlich sagen du hast es ja vorhin so nett süffisant angemerkt dass sich schon eine Jahrzehnte im Geschäft bin und wenn ich diese Jahrzehnte zurück denke dann hatten wir immer Krisen.

00:03:42: Der Punkt ist einfach, wir vergessen es schnell wieder.

00:03:44: Wir gewöhnen uns dran – du hast es ja eben gesagt auch mit dem Russland-Ukraine Krieg und wir vergessen was alles Schlimmes passiert ist weil eben viele Dinge auch wieder besser geworden sind.

00:03:53: Und ich denke zurück jetzt wieder meine Geschichte!

00:03:57: Wir hatten vor neunzehnhundertneunundachtzig den Kalten Krieg.

00:04:01: Im Kalten Krieg gab es auch Konflikte und da hatten wir ständig Angst, dass ein Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion ausbricht.

00:04:09: Auch das war Krise- und Polikrise unterschreckend!

00:04:12: Es gab weniger Nachrichtenmedien – man hat sich daran gewöhnt und es ist jetzt vorbei.

00:04:17: oder wenn ich dran denke nach dem Zusammenbruch dieser Sowjetunion hatten Und nach dem Fall des eisenen Vorhangs hatten wir Krieg in Europa, auf dem Balkan, Kroatien und Serbien.

00:04:29: Und überhaupt die ganze Region da war Krieg!

00:04:32: Die ehemaligen Sowjet-Republiken hatten zum Teil Konflikte.

00:04:36: das war auch alles in der Nähe.

00:04:38: Es ist vorbei.

00:04:39: deshalb haben wir es vergessen und Deshalb würde ich immer heutzutage auch sagen Ich glaube nicht dass es viel anders ist als früher.

00:04:47: nur ist eben die Vergangenheit vorbei und das kommt uns heute dramatisch vor.

00:04:50: aber Das ist was was uns beruhigen sollte, wobei es trotzdem natürlich immer die Frage ist in jeder aktuellen Krise hoffentlich geht sie gut aus.

00:04:59: Hoffentlich schaffen wir das alles aber wir sollten uns wirklich bewusst machen Es ist am Ende dann doch ganz normal dass es ständig Krisen und Konflikte gibt.

00:05:09: Auch wenn du sagst Krisen sind noch mal so ganz beruhigt mich das jetzt nicht wirklich weil Inwiefern hilft es uns denn wenn wir jetzt über die vergangenen Krisen sprechen?

00:05:17: Aber in so einer Situation der wie jetzt sind Wo wir nicht wissen wie's im Nahen Osten weitergeht auch jetzt für die Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland, ob es im nächsten Winter genug Gas zum Heizen gibt.

00:05:28: Ob sie ihre Autos noch verwenden können um zur Arbeit zu kommen und auch für die Industrie um Energie zu gewinnen?

00:05:34: Aber das Gefühl und diese Angst hatten wir ja immer wieder gerade wenn wir zurückdenken an den Russland-Ukrainekrieg wo wir wirklich nicht wussten ob wir genug Erdgas haben werden umzuheizen oder auch für Die Industrie und für die Düngemittelproduktion.

00:05:48: Das ist schon so.

00:05:49: also solche Ängste sind berechtigt.

00:05:52: Aber ich weiß eben auch gleichzeitig, ich habe es ja vorhin erzählt die ganzen Krisen der letzten Jahre Jahrzehnte.

00:05:58: Trotzdem ist die Weltwirtschaft in der ganzen Zeit im Durchschnitt gewachsen.

00:06:01: Sie hatte ganz selten Rezessionsphasen wo der Wohlstand wirklich gefallen ist zurückgegangen ist und das allein schon.

00:06:10: also diese Erinnerung daran und dieses Vertrauen Es wird immer weitergehen.

00:06:15: Das hilft mir unglaublich in so einer Zeit.

00:06:17: Und noch eins was man nie vergessen darf solche Krisenzeiten Wenn dann plötzlich Preise hochschießen, wenn Güter knapp werden.

00:06:26: Das sind Zeiten in denen man auch technisch viel Fortschritt hat weil die Not dann einfach wieder erfinderisch macht.

00:06:32: und was in solchen Krisenzeiten an neuen Dingen erfunden wird, die die Welt besser machen, Effizienteres Verwenden von irgendwelchen Rohstoffen oder auch plötzlich alternative Rohstoffe finden oder sie weiterentwickeln dass sie gebrauchsfähiger werden das ist die Chance, das ist das Gute in so einer Krise.

00:06:49: Und wir dürfen nie vergessen Die Welt ist marktwirtschaftlich organisiert, der größte Teil davon.

00:06:55: Die Unternehmen wollen überleben und deshalb reagieren die Flexibel und sie finden fast immer Lösungen um mit solchen immer wieder neuen Problemen umzugehen.

00:07:06: Aber dann lasst uns bitte trotzdem noch mal zum aktuellen Konflikt kommen.

00:07:09: Kannst du für uns nochmal ganz kurz einordnen, was da gerade genau passiert und was es bedeutet?

00:07:15: Du meinst im Prinzip die Frage warum haben die USA den Iran angegriffen und was ist das alles?

00:07:22: Ich würde sagen ich glaube es lässt sich schon einordnet in diese ganz große Geschichte dass die usa und China im Augenblick darum kämpfen Wer die Vorherrschaft in der Welt hat, oder man kann es auch anders umformulieren.

00:07:36: Die Welt teilt sich wieder auf in zwei Teile.

00:07:39: Ich habe ja vorhin schon geredet über den eisenden Vorhang, der gefallen ist.

00:07:42: Eigentlich hatten wir mal so eine eine globalisierte Welt, die teilt jetzt wieder auf eine Einflusssphäre von den USA und eine Machtsphärie von China.

00:07:52: Und der Iran ist im Prinzip eher der Einflußsphären von China zuzuordnen.

00:07:58: Und die USA versuchen sehr wahrscheinlich jetzt im Iran, im Nahen Osten allgemein dass sie sich möglichst viel von den Rohstoffen sichern und für sich dann beanspruchen können.

00:08:07: Das war das Ziel wahrscheinlich von diesem Angriff am Ende.

00:08:10: was ist für uns wichtig?

00:08:12: Dass nicht nur in einer Region jetzt Krieg ist richtiger Krieg isst wo viele Rohstoffe produziert werden sondern eben auch diese Straße von Hormuz Im Prinzip jetzt vom Iran kontrolliert wird.

00:08:24: und die Straße von Hormuz ist einer der wichtigsten Handelswege der Welt.

00:08:28: Da gehen zwanzig Prozent des Rohstoff-Handels durch, also sowohl bei Gas als auch bei Rohöl.

00:08:35: Und wenn diese Straße von Harmus im Augenblick für ganz viele Schiffe gesperrt ist, wenn da keine Rohöltanker mehr durchkommen, wenn dann die Flüssiggastanker nicht mehr durch kommen, dann heißt das eben dass Rohstoffe knapp werden.

00:08:50: Das heißt dann eben auch, dass diese Rohstoffe viel teurer werden und das tut uns dann auch weh.

00:08:54: Und dieses Rohöl, das da nicht mehr wegkommt... Es ist jetzt wirklich soweit, dass in Saudi-Arabien schon Produktionsanlagen gestoppt werden mussten weil die das Rohöl nicht weg kriegen.

00:09:06: Das liegt jetzt auf Halde und sie haben einfach nur begrenzte Lagerkapazitäten.

00:09:10: Also denk mal!

00:09:11: Da quälen die Lager über und im Rest der Welt fehlt das Rohl.

00:09:15: Und wenn Rohstoffe knapp werden, dann steigen die Preise.

00:09:18: Das hast du eben schon erklärt.

00:09:20: Benzin und Heizöl werden teurer und das trifft uns denke ich alle und das merken wahrscheinlich einige von uns aktuell gerade auch daran, wenn sie ja Auto tanken müssen.

00:09:28: Im Alltag ist es schon ziemlich heftig mit dem teureren Benzin, dem teuereren Heiz-Öl wo wir jetzt noch nicht zu merken ist beim Erdgas weil die Preisse auf der längere Zeit festgeschrieben werden in den Verträgen.

00:09:39: Auch beim Strom noch nicht so, aber die nächsten Monate und wahrscheinlich dann sogar Jahre werden diese Preise dann auch steigen.

00:09:46: Und das tut uns Konsumenten weh?

00:09:48: Das ist dann Inflation.

00:09:50: Dazu kommt ja auch die Unternehmen, die brauchen diese Rohstoffe.

00:09:53: auch deren Kosten steigen, auch da droht dann Ininflation.

00:09:57: Wir dürfen nicht vergessen allein schon bei der Nahrungsmittelproduktion braucht man sehr viel Energie.

00:10:02: Das heißt auch Nahrungsmittel werden teurer und insgesamt sind die Inflationsrisiken höher.

00:10:08: Wenn jetzt wieder so eine Lohnpreisspirale in Gang käme wie damals, das wäre gefährlich.

00:10:16: Weil dann müssten die Zinsen wieder steigen und wenn zinsensteigend wird es noch mal bitterer für die Wirtschaft?

00:10:22: Und hatten wir das nicht alles schon mal kurz nach der Corona-Krise ab zwanzig einundzwanzig als alles so teuer geworden ist?

00:10:28: da sind ja die Zinzen deutlich nach oben gegangen.

00:10:32: Steht uns das jetzt auch bevor?

00:10:34: Und dann ja die Zinsen deutlich nach oben gegangen, was du da gerade sagst.

00:10:38: Das hat damals echt Probleme gemacht, es hat das globale Wachstum gedämpft und beispielsweise im Immobilienmarkt hat's den Menschen das Leben schwergemacht, den Schuldnern hat's das Leben schwergemacht.

00:10:49: also das ist heute die Angst.

00:10:52: deshalb reden auch die Notenbanken und wir Volkswirtinnen und Volkswirte reden viel darüber.

00:11:01: Ich würde aber sagen, dass es jetzt heute anders ist als damals im Jahr zwanzigundzwanzig.

00:11:07: Damals hatten wir extrem niedrige Leitsinzen.

00:11:10: Wir hatten eine sehr schiebende Geldpolitik und zugleich hatten wir dann auch schon die Erholung nach der Corona-Krise also eine überbordene Nachfrage weil da alles nachgeholt werden sollte was man vorher verpasst hatte und Arbeitskräfteknappheit.

00:11:26: das heißt damals war im Prinzip schon angelegt dass die Inflation nach oben schießen kann.

00:11:30: niedrige Zinsen, überall Knappheit.

00:11:33: Das ist heute anders.

00:11:35: die Leitsinzen sind einigermaßen auf Neutralniveaus zum Teil in den USA sogar ein bisschen höher als neutral.

00:11:41: das heißt da kommt kein Schub und das ist das eine.

00:11:44: und das andere ist dass am Arbeitsmarkt inzwischen auch wieder etwas mehr Lockerheit herrscht.

00:11:50: also gerade hier in Europa haben wir nicht mehr so den Arbeitskräftemangel.

00:11:54: das heißt ich gehe davon aus dass diese Lohnpreispirale jetzt nicht in Gang gesetzt wird.

00:12:00: aber Es ist natürlich sehr wichtig, dass die Notenbanken aufmerksam sind und das sie auch ganz klar machen.

00:12:06: Dass gerade eine europäische Zentralbank dann auch notfalls nochmal die Leitzinsen erhöht um erst gar nicht solche Inflationsgefahren in Gang kommen zu lassen.

00:12:16: Und man muss einfach sagen wenn jetzt die Zins noch mal stark steigen würden Das würde weh tun Gerade den Menschen die Schulden haben oder auch den Unternehmen die hohe Schulden habe Wenn man dann wieder deutlich mehr Zins zahlen muss die Existenz bedrohen.

00:12:31: Und was würdest du denn sagen, bedeutet das für unsere Geldanlagen?

00:12:35: Also wie sieht es aus mit den Zinsen aber auch mit den Renteneinlagen?

00:12:40: Ich kann mir schon vorstellen dass die Europäische Zentralbank jetzt so ein bisschen nochmal den Leitzinsen erhöht.

00:12:45: also zwei Zinsschritte nach oben sind schon durchaus denkbar.

00:12:49: Das heißt die Tagesgeld-Zinsen werden dann wieder ein bisschen steigen.

00:12:53: Die sind ja relativ eng verwoben mit den Leitzinsen von den Zentralbanken.

00:12:58: Aber da dürfen wir nicht vergessen, die Inflationsraten gehen ja auch hoch.

00:13:01: Also wenn Inflationraten höher sind dann bringt es mir auch nichts, wenn ich ein paar Zehntelprozent-Pünktchen mehr kriege auf meinem Tagesgeldkonto.

00:13:09: Du dürfen nicht vergessen Liquidität, Tagesgeld Konto dieses kurzfristige Sparen das ist halt doch nur für die Liquiditätssicherung

00:13:17: dar.

00:13:18: Genau und um da nochmal den kleinen Wissensexkurs zu machen bei Liquidität.

00:13:23: Da sagst du immer, das sollten ungefähr drei Netto-Monatseinkommen sein die man schnell verfügbar auf seinem Konto, auf dem Girokonto oder dem Geldmarktkonto hat oder?

00:13:32: Das hat auch nichts mit Geldanlage zu tun Tanja genau sondern da geht es darum dass man flexibel ist die berühmte Waschmaschine oder die Auto Reparatur dass man die dann schnell zahlen kann.

00:13:41: Genau also das zählen wir nicht zum Thema Vermögensanlage und Geldanlagen.

00:13:46: Wir reden ja dann eher, wenn wir schon so bei den Zinsen sind jetzt über Rentenpapiere.

00:13:51: Also diese ganzen Zins-Papiere, Wertpapierte die sich mit Zinzen verwoben sind und da ist es schon so.

00:13:58: also wir hatten jetzt am Markt ja Zinsanstiege, Renditeanstiege weil die Märkte auch vorweg nehmen dass es Inflation gibt das es Leitsinzerhöhungen gibt.

00:14:06: Und diese Rendite Anstiegue haben jetzt schon dazu geführt dass im Rentenmarkt gewisse Kursverluste gekommen sind als die Renditen sind jetzt höher.

00:14:14: Jetzt darf man aber nicht vergessen Also diese Kursverleste, die waren schon.

00:14:18: Aber man darf nicht vergessen bei Rentenanlagen speisen sich ja die Erträge aus zwei Quellen.

00:14:22: Nämlich zum einen die Zinseinnahmen, die Zinzzahlungen und zum anderen die Kursvereindrungen.

00:14:28: Und jetzt dadurch dass wir wieder Zinsen haben in der Welt im Gegensatz zu den zehn Jahren sind Rentenanlage trotzdem interessant.

00:14:35: und jetzt eigentlich erst recht weil wenn ich jetzt einsteige und ich habe diesen höheren Zins dann kann dort dann weiß ich schon, meine Rentenanlagen werden in der Zukunft mehr bringen.

00:14:47: Dadurch dass sich damit rechnet das die Inflation nicht aus dem Rudeläuft.

00:14:51: Dass die Leitzinserhöhungen begrenzt bleiben würde ich auch ganz klar sagen, Rentenanlage bleiben jetzt auch in dieser neuen Welt attraktiv.

00:14:59: Und wie sieht es bei den Aktien aus?

00:15:01: Weil die Gewinne der Unternehmen hat, du gesagt, leiden ja vermutlich auch unter den höheren Rohstoffpreisen und Unsicherheiten mögen.

00:15:08: Die merkt ihr ja auch nicht unbedingt gerne!

00:15:10: Ich muss sagen ich schaute deshalb aktuell gar nicht so oft in mein Depot rein.

00:15:16: Da bist du auch schon so gelassen in dieser Reifenphase der Anlegerin dass man nicht mehr hektisch dann reinguckt und das ist auch klug so.

00:15:22: also ich muss schon sagen wenn man bedenkt Unsicher die Lage jetzt ist im Nahen Osten.

00:15:29: Wenn wir bedenken, wie das mit den Rohstoffen auch unsicher bleibt und vielleicht die Versorgung wirklich schwieriger wird dann bin ich weiterhin überrascht wie gelassen die Märkte reagiert haben.

00:15:41: also klar sind schon ein paar Prozent die jetzt die Aktienmärkte weltweit verloren haben aber es ist immer noch nicht so dramatisch viel.

00:15:47: also das heißt wir wissen wir spüren an den Aktienmarkten auch dass die Märkte davon ausgehen dass der Konflikt begrenzt bleibt dass die Weltwirtschaft mit höheren Energiepreisen klar kommt.

00:15:58: Und die Märkte gehen auch davon aus, dass die Unternehmen Lösungen finden werden so wie sie es in den letzten Krisen auch getan haben.

00:16:05: und langfristig das ist aus meiner Sicht dann auch das wichtige.

00:16:09: wir reden ja oft über langfristige Geldanlage Deshalb kannst du dich ja so entspannt zurücklehnen, musst nicht jeden Trak reinschauen dann.

00:16:15: Bei der langfristigen Geldanlage ist wichtig, ändert sich durch den Konflikt was langfristig in der Weltwirtschaft?

00:16:21: und das sage ich ganz klar nein die Weltwirtschaft wird weiter wachsen und wir werden durch technischen Fortschritt, der vielleicht jetzt durch die Krise ausgelöst wird, vielleicht sogar eher nochmal einen Wachstumsschub kriegen irgendwann in den nächsten Jahren?

00:16:35: Und wie sieht das mit Immobilienanlagen aus?

00:16:37: Also insbesondere auch mit Immobilienfonds, weil da haben wir ja auch gerade schon drüber geredet.

00:16:42: Das steigende Zinsen eher ungünstig sind.

00:16:45: Ja

00:16:45: diese steigenden Zinsnen am Immobilianmarkt die tun da weh wo man über Finanzierungen von den Immobilieren redet oder Anschlussfinanzierungen die dann eben teurer werden.

00:16:55: und es geht auch immer darum dass ist denn die alternative Geldanlage zu Immobilie bringt mehr Zinzen Dann wird das auch wieder schwieriger.

00:17:02: Die Immobiliemärkte hatten Eine schwierige Phase.

00:17:05: jetzt im Anschluss an diese starken Zinsanstiege, in den Jahren die Immobilienmärkte haben sich schon wieder ein bisschen erholt.

00:17:15: Die T-Phase ist durchschritten und das was wir jetzt erleben, da gehe ich davon aus dass es jetzt die Erholung nochmal verzögert, langsamer macht aber trotzdem weiter geht weil ich eben davon ausgehe dass die Zins nicht mehr dramatisch nach oben gehen.

00:17:32: Auch bei Immobilien gilt das Gleiche wie bei Aktienmärkten.

00:17:36: Solange das globale Wachstum weitergeht, solange ich global im Durchschnitt die Inflation von ungefähr zwei Prozent habe, rechne ich auch damit dass sich bei Immobilen-Immobilienfonds in Zukunft dem durchschnitt um die drei Prozent gesamter Trag riege.

00:17:50: und dann lass uns noch mal zurück zu Rohstoffen kommen denn was mich total gewundert hat in den letzten Wochen ist dass der Goldpreis gefallen ist dabei Es gold doch eigentlich der vermeintlich sichere Hafen, den die Menschen vor allem auch in Krisenzeiten aufsuchen.

00:18:04: Und das ist bei uns wie Analysten immer der erste Reflex dass wir sagen ja Krise, Goldpreis geht hoch!

00:18:10: Ja, das ist so.

00:18:12: Aber wir dürfen nicht vergessen die großen wichtigen Spieler an den Goldmärkten – das sind zum einen die Notenbanken und zum anderen die großen institutionellen Investoren, die reagieren eben auf Preisschwankungen dann sensibel wenn man plötzlich den Eindruck hat, Hopla jetzt könnte der Goldpreis wieder für eine Weile nach unten gehen!

00:18:32: Und der Eindruck ist entstanden weil wahrscheinlich möglicherweise jetzt doch die Notendanken zum Teil Gold verkaufen mussten, gerade jetzt durch die Krise möglicherweise ihre Deviesenreserven angreifen mussten weil sie mehr zahlen müssen für die Rohstoffe.

00:18:48: Das ist so.

00:18:48: das eine also Notenbanken haben wir wahrscheinlich schon ein bisschen verkauft damit den Dreh ausgelöst beim Goldpreis.

00:18:53: und was wahrscheinlich noch wichtiger ist wie Ticken Investoren die kaufen gold wenn Zinsen niedrig sind.

00:19:01: wenn aber Zins ansteigen dann wechseln sie auch gerne mal wieder auf die Zinspapiere, wo man mehr Zins verdienen kann.

00:19:06: Also die berühmten Opportunitätskosten der Goldhaltung steigen wenn die Zinzen steigen und das hat im Goldweg getan und wahrscheinlich war der Goldpreis auch wirklich ein bisschen zu hoch und ist ein bisschen so schnell angestiegen.

00:19:19: also die Korrektur, die wir jetzt hatten, die war auch ganz gesund.

00:19:23: Aber wenn ich an einer unsicheren Phase ja noch nicht einmal gold sozusagen als Schutz nutzen kann.

00:19:29: Was würdest du denn sagen, sollten Anlegerinnen und Anlegers in so einer doch unruhigen Phase tun?

00:19:35: Und wie können wir eine gewisse Resilienz auch an unsere Geldanlagen bringen?

00:19:40: Und Tanja diese Resilience das gilt ja sogar schon für die professionellen Anlege.

00:19:45: Wir haben intern jetzt schon gesagt in den letzten Wochen.

00:19:49: Da haben alle Anlageklassen verloren, Arxien haben verloren, Rentner haben verloren und Gold hat verloren.

00:19:55: Was soll man da noch tun?

00:19:57: Das ist für kurzfristig handelnde Anleger tatsächlich schwierig.

00:20:00: Für uns die wir hier langfristig denken gilt die alte Regel, die immer gilt nämlich einfach dabei bleiben das regelmäßig investieren und dass wir einfach aufpassen, dass wir breit gestreut anlegen klar.

00:20:14: Also jetzt gerade ist alles runtergegangen, aber wir dürfen nicht vergessen.

00:20:17: Wir haben ja auch in der Phase davor ziemlich viel gewonnen – wer Gold hat er hat gewonnen, wer Rentenpapiere, wer Aktien hatte, hat in den Wochen und Monaten davor gewonnen.

00:20:27: Prinzipiell gerade in Krisen dass wir uns wieder daran erinnern, breitstreuen, flexibel bleiben und regelmäßig investieren das ist das was wir brauchen.

00:20:39: Flexibel bleiben das ist es was die Unternehmen tun Und wir überlegen uns immer wieder, haben sich die Aussichten für Wachstum und für Inflationen, für Dizinsen geändert.

00:20:48: Die langfristigen Aussichten haben sich nicht geändert.

00:20:51: deshalb bleiben auch die alten Anlegerregeln bestehen.

00:20:55: Wenn ich jetzt in der komfortablen Situation wäre dass ich ein bisschen mehr als meine drei Monatsgehälter auf dem

00:21:01: Tirokonto

00:21:02: rumliegen habe was natürlich bei mir nicht der Fall ist Gabriel Ich höre ja zu wenn wir miteinander podcasten Kann man dann sagen, ob aktuell ein guter oder schlechter Einstiegszeitpunkt ist?

00:21:14: Also für diejenigen, die vielleicht gerade mit dem Investieren anfangen.

00:21:17: Oder halt auch so einen etwas größeren Einmalbetrag nutzen wollen?

00:21:22: Zum Einen Tanja war es du es deutlich besser als ich weil ich habe gerade echt ein bisschen Liquidität rumliegen auf meinem Chirokonto.

00:21:30: Ich überlege mir schon auch und ich weiß natürlich auch so Marktiming also den richtigen Zeitpunkt auswählen.

00:21:35: das ist immer eine gefährliche Geschichte Weil Das geht dann doch oft schief.

00:21:39: Deshalb würde ich grundsätzlich sagen, dass was du machst, das hoffentlich auch viele von unseren Hörerinnen und Hörern machen.

00:21:45: Nämlich regelmäßig investieren, regelmässig bei Seite legen.

00:21:48: Das ist auch in solchen Phasen das allerbeste, was wir machen können.

00:21:51: Jetzt habe ich aber schon ein bisschen als einmal Anlage gemacht in den letzten Tagen weil ich gedacht hab wo bin dann Aktienkurse mal runter gehen?

00:21:59: Dann ist es eben doch ein guter Einstiegszeitpunkt.

00:22:02: Aber Vorsicht!

00:22:03: Es kann gut sein, dass wir in den nächsten Wochen noch mal kräftige Schwankungen haben, wo es auch nochmal runtergeht.

00:22:08: Also wer jetzt einsteigt sollte bitte nicht darauf hoffen das ab dann die Kurse nur noch hochgehen.

00:22:14: also deshalb einmal Anlage im Augenblick ist völlig okay.

00:22:17: Vertrauen auf globales Wachstum Die Welt wird sich weiter drehen aber regelmäßig investieren ist doch viel viel wichtiger.

00:22:25: und das heißt nochmal zusammenfassend bei allen berechtigten Sorgen bezüglich der Folgen des Krieges im Nahen Osten würdest du sagen für die Anlegerinnen trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern einfach weiter regelmäßig und breitgestreut investieren?

00:22:40: Ja, Tanja das würde ich auf jeden Fall sagen.

00:22:43: Schon allein deshalb!

00:22:44: Weil wenn wir investieren, wenn wir Vermögen an sammeln – das macht uns gelassener auch in so einer Krise.

00:22:50: Wenn ich weiß es wird alles teurer dann ist es gut, wenn ich finanzielle Rücklagen habe.

00:22:55: also auf jeden fall weiter investieren ansparen und vertraut darauf die letzten Krisen sind vorbeigegangen Die jetzige Krise wird auch vorbeigehen.

00:23:06: Vielen lieben Dank, Gabriele, dass du uns heute so einen nüchternen volkswirtschaftlichen Blick auf die Folgen des Kriegs in der Ost und auf unsere Geldanlagen mitgebracht hast!

00:23:16: Ich hoffe das ihr auch ein Stück von Gabriels Gelassenheit mitnehmen konntet und wir hoffen natürlich auch beide darauf, dass bald Frieden einkährt nicht nur im Nahen Osten.

00:23:26: Falls ihr noch Fragen zu dieser Folge oder generell zu allen Themen rund um die Geldanlage habt dann schreibt uns jederzeit gerne.

00:23:36: Wir melden uns natürlich wieder in zwei Wochen mit unserer nächsten Folge.

00:23:39: Vielen Dank und bis

00:23:41: bald!

Über diesen Podcast

Money on her Mind ist der Deka-Podcast von Frauen für Frauen, der sich mit Themen rund um Wertpapiere, Female Empowerment und finanzielle Unabhängigkeit auseinandersetzt. Er richtet sich vor allem an Frauen, die sich für Wertpapiere interessieren, aber bislang wenig oder noch keine Berührungspunkte mit der Geldanlage hatten. Ob Altersvorsorge, Budgetplanung oder auch das Erklären von wichtigen Finanzbegriffen, Money on her Mind ist unterhaltsam, informativ und vor allem nahbar.

von und mit DekaBank

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